Ich packe meinen Koffer

Vor unse­rem Flug nach Tene­rif­fa wuss­te ich über­haupt nicht, was ich in den Kof­fer packen soll­te. Laut Inter­net konn­te man um die­se Jah­res­zeit auf der Insel zwi­schen 18 und 24 Grad Cel­si­us erwar­ten, doch vie­le, die schon dort gewe­sen waren, ver­si­cher­ten mir, dass ‘die­se Tem­pe­ra­tu­ren sich auf den Kana­ren ganz anders anfüh­len.’

Also habe ich ver­sucht, mög­lichst viel­sei­tig zu packen: T‑Shirts (tags­über sehr pas­send), lan­ge Jeans­ho­sen (am bes­ten nicht in dunk­len Far­ben — Son­ne!), Capri­ho­sen (super!), dün­ne Ober­tei­le mit lan­gen Ärmeln (klas­se, kei­ne Son­nen­creme an den Armen), Hoo­die-Jacken zum Drü­ber­zie­hen (abends oder in höhe­ren Lagen wirk­lich not­wen­dig), sowie Snea­kers und mei­ne Bar­fuß­schu­he im Bal­le­ri­na-Stil (schön leicht, ange­nehm an wär­me­ren Tagen).

Nachts wird es um die­se Jah­res­zeit auf Tene­rif­fa noch emp­find­lich kalt, Tem­pe­ra­tu­ren unter 10 Grad Cel­si­us waren kei­ne Sel­ten­heit. Wir hat­ten immer unse­re Jacken im Miet­wa­gen lie­gen, damit wir sie schnell über­zie­hen konn­ten, wenn wir noch spät unter­wegs waren.

Wer natür­lich haupt­säch­lich einen Strand­ur­laub machen möch­te, braucht weni­ger war­me, prak­ti­sche Sachen und kann mehr leich­te Som­mer­sa­chen ein­pa­cken (Klei­der, Shorts, Pyja­ma-Pants, Flip-Flops…). Wer ger­ne die Insel erkun­den möch­te, braucht vor allem auch ordent­li­che Schu­he. Wan­der­schu­he oder gute Sport­schu­he scha­den nicht, vor allem, wenn man auch unweg­sa­me­re Stre­cken im Gebir­ge oder durch Lava­land­schaf­ten lau­fen möch­te.

Ganz wich­tig: Son­nen­creme. Selbst wenn es teil­wei­se an der Küs­te oder in Hang­la­gen win­dig ist, scheint die Son­ne doch kräf­tig und ver­brennt einen recht schnell. Wer den gan­zen Tag unter­wegs ist, soll­te also über einen dem­entspre­chend hohen Licht­schutz­fak­tor nach­den­ken, je nach Haut­typ.

Hoch hinaus!

Eine ganz beson­de­re Erfah­rung haben wir am Sams­tag vor unse­rem Abflug gemacht. Der alles beherr­schen­de Vul­kan “El Tei­de”, der Tene­rif­fas Zen­trum bil­det, ist mit 3.718 Metern die höchs­te Erhe­bung der Kana­ri­schen Inseln und mit 7.500 Metern über dem Mee­res­bo­den der dritt­höchs­te Insel­vul­kan der Erde.

Sei­nen Gip­fel darf man nur mit einer Son­der­ge­neh­mi­gung der Ver­wal­tung des Natio­nal­parks (der zum UNESCO-Welt­na­tur­er­be gehört) bestei­gen. Die­se Geneh­mi­gung ist zwar kos­ten­los, jedoch wird damit sowohl die Anzahl der Tou­ris­ten als auch die Berück­sich­ti­gung der Vul­kan­ver­hält­nis­se kon­trol­liert.

Wir hat­ten uns ent­schie­den, eine geführ­te kur­ze Wan­de­rung zum Aus­sichts­punkt mit Blick auf den “Pico Vie­jo” zu machen. Um 14:30 soll­te es an der Tal­sta­ti­on der Seil­bahn (Tele­fé­ri­co del Tei­de) los­ge­hen. Die Seil­bahn über­win­det die 1.199 Höhen­me­ter von 2.356 Metern bis 3.555 Metern in 8 Minu­ten. Die Fahrt­stre­cke ist 2.482 Meter lang. In den Kabi­nen (Kapa­zi­tät: 44 Per­so­nen) ist lei­der schlech­te Luft und man fühlt sich arg ölsar­di­nig.

Das jedoch wird von der Erfah­rung, dort oben auf einem akti­ven (jedoch schla­fen­dem) Vul­kan zu ste­hen, mehr als wett gemacht. Auf­grund der dün­nen Luft und der Schwe­fel­dämp­fe darf man sich nur eine Stun­de (bei Bestei­gung des Gip­fels zwei Stun­den) dort oben auf­hal­ten.

Unse­re Füh­re­rin hat uns eini­ges erzählt. So durf­ten wir eine Hand in eine Öff­nung hal­ten und selbst erfah­ren, wie warm und feucht es schon kurz unter der Erde ist. Es gibt nur wenig Vege­ta­ti­on und kaum Tie­re (größ­ten­teils Insek­ten). Aber sowohl die Aus­sicht als auch die Land­schaft sind mehr als beein­dru­ckend.

Dar­um las­se ich jetzt Bil­der (okay, und Bild­un­ter­schrif­ten) spre­chen:

Blick von der Berg­sta­ti­on auf die Seil­bahn und die Berg­ket­te, wel­che die Ebe­ne “Las Caña­das”, den Kra­ter eines Vor­gän­ger­vul­kans, ein­fasst.
Blick in den Nor­den Tene­rif­fas
Auf dem Tei­de liegt noch Schnee. Viel ist es aller­dings nicht.
Unser Weg liegt klar vor uns. Von den 18 Teil­neh­mern sind 8 am End­punkt ange­kom­men. Die ande­ren kämpf­ten zu sehr mit der dün­nen Luft und den Schwe­fel­dämp­fen.
Die Wol­ken unter uns flie­ßen durch eine Schnei­se in die Ebe­ne “Las Caña­das”.
Das Lava­ge­stein hat bizar­re For­men.
Für’s Grö­ßen­ver­hält­nis: Suche die Autos.
Da sind die Autos!

Blick auf den “Pico Vie­jo”. Er teilt sich mit dem Tei­de eine Mag­ma­kam­mer. Sei­ne Aus­bruchs­wahr­schein­lich­keit ist höher, als die des Tei­de. Im Hin­ter­grund unter den Wol­ken kann man ein wenig von La Gome­ra sehen.
In der Ebe­ne Las Caña­das, nach unse­rer Fahrt nach unten.
Am Mira­dor del Pico Vie­jo

Über den Wolken…

Wenn man die­sen Titel mit Rein­hard Mey ver­bin­det, denkt man auch an Start­bahn Null-Drei. Aber man muss nicht immer im Flug­zeug sit­zen, um über den Wol­ken zu sein.

Die Insel Tene­rif­fa besteht aus einer Men­ge Berg (genau­er: aus 110 Vul­ka­nen). Wir haben auf unse­rem Rück­weg von Puer­to de la Cruz ent­schlos­sen, den Weg über die­se Ber­ge zu neh­men, statt den deut­lich schnel­le­ren (wenn auch län­ge­ren) Weg über die Auto­bah­nen zu fah­ren.

Das war ein fas­zi­nie­ren­des Erleb­nis, denn erst­mal hat man im Son­nen­un­ter­gang eine tol­le Aus­sicht:

Blick von der TF-21 auf Puer­to de la Cruz (zu erah­nen) im Son­nen­un­ter­gang.

Bei etwa 1000 Metern Höhe taucht man dann in den Nebel des Grau­ens die Wol­ken­schicht ein. Dort sieht man dann erst­mal fast gar nichts mehr, was die Fahrt sehr gespens­tisch macht:

Die “Aus­sicht” vom Mira­dor de Mataz­nos
Rund­her­um: Wol­ke. Mit­ten­drin: Auto.

Sobald man dann über den Wol­ken ist, gibt es jedoch dann eine tol­le Ansicht:

Das “mar de nubes”, schlicht “Meer der Wol­ken”
Mit dem Son­nen­un­ter­gang gab es tol­le Far­ben.

Sobald die Son­ne unter­ge­gan­gen war, hat­te man trotz­dem noch recht viel Licht. Man kam sich vor, wie im Spot­light, so hell leuch­te­te der Mond.

Blen­de 16, 1/4000stel Sekun­de, ISO 6400, 400mm Zoom

Als wir auf der ande­ren Sei­te wie­der den Berg Rich­tung Güí­mar hin­un­ter fuh­ren, hat­ten wir auch (nach­dem wir durch die Wol­ke durch waren) eine schö­ne Aus­sicht:

Leicht unscharf, weil es bei dem Wind schlicht unmög­lich war, die Kame­ra ruhig zu hal­ten.

Am Sams­tag haben wir dann einen Teil der Stre­cke noch­mals gese­hen, als wir zum Tei­de hoch gefah­ren sind. Auch bei Tag ist das Wol­ken­meer beein­dru­ckend:

Schat­zi mit Tei­de und Wol­ken­meer.
Klei­ne Kup­pe über den Wol­ken

Hunger!

Wenn man den gan­zen Tag unter­wegs ist, hat man natur­ge­mäß abends Hun­ger. Egal, wie sät­ti­gend das Früh­stück war …

Als wir vom Pun­to de Teno zurück­ka­men, war es abends schon recht spät und wir hat­ten noch eine län­ge­re Fahrt vor uns. Wir ent­schlos­sen uns also, auf der Stre­cke zu essen und hiel­ten am Lokal El Tras­mal­lo in Gara­chi­co. Sty­le­mä­ßig macht das Tras­mal­lo nicht viel her, aber wir konn­ten mit Blick aufs Meer spei­sen. Die Spei­se­kar­te steht in meh­re­ren Spra­chen zur Ver­fü­gung, was auch schon mal prak­tisch war. Glu­ten­frei­es Essen zu bekom­men, war kein Pro­blem. Wir hat­ten also Krab­ben­cock­tail, Krab­ben in Knob­lauch und Öl, gf Brot, Schwein mit Salz­kar­tof­feln sowie Gemü­se und Papa­ya als Nach­tisch. Als ich einen Rot­wein bestell­te, bekam ich eine gan­ze Fla­sche Haus­wein gebracht (wahr­schein­lich Eigen­ab­fül­lung, da ohne Eti­kett), von der ich dann auch mehr als die Hälf­te schaff­te … 😛

Auch nach unse­rem Besuch des Jar­dín Botá­ni­co in Puer­to de la Cruz hat­ten wir das Ber­dürf­nis nach einem Abend­essen. Direkt gegen­über fan­den wir das klei­ne Lokal Oli­va, das zwar ein wenig Imbiss-Atmo­sphä­re hat­te, aber im Netz gut bewer­tet war. Freund­li­ches Per­so­nal, eine gut aus­ge­zeich­ne­te Spei­se­kar­te (All­er­ge­ne!) und lecke­res Essen mach­ten das Oli­va zu einer guten Wahl. Wir haben expli­zit nicht Schni­po­sa geges­sen, so wie das Paar am Neben­tisch, son­dern uns für marok­ka­ni­sches Huhn ent­schie­den. Auch nicht typisch spa­nisch, aber wenigs­tens kein Schnit­zel.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass wir in den Loka­len nie­man­dem begeg­net sind, der nicht wuss­te, was “sin glu­ten” bedeu­tet, was natür­lich die gan­ze Sache viel ein­fa­cher mach­te!

Das Malpaís de Güímar

Da wir Frei­tag kei­ne Lust hat­ten, eine lan­ge Stre­cke zu fah­ren, mach­ten wir uns dar­an, die nähe­re Umge­bung von Güí­mar zu erkun­den. Wir fuh­ren nach El Puer­ti­to, dem ehe­ma­li­gen Hafen des Städt­chens, aus dem sich mitt­ler­wei­le ein eigen­stän­di­ger Ort ent­wi­ckelt hat, und mach­ten uns dar­an, das dor­ti­ge Mal­país zu durch­wan­dern.

Das Mal­país de Güí­mar ist eine Vul­kan­land­schaft, rau und karg, die durch den Aus­bruch eines klei­nen Vul­kans (der trotz­dem la Mon­taña Gran­de genannt wird) ent­stand. Direkt am Meer weht ein unglaub­lich star­ker Wind, der einen auch schon mal von den Füßen pus­ten kann, wenn man nicht auf­passt. Auf der dem Meer abge­wand­ten Sei­te wach­sen Boden­de­cker und Wolfs­milch­ge­wäch­se, die man irr­tüm­li­cher­wei­se schon mal für gro­ße Kak­te­en hal­ten kann.

Die gan­ze Land­schaft ist fas­zi­nie­rend zu betrach­ten. Für mich war es eine völ­lig neue Natur­er­fah­rung, da mir sol­che Gegen­den bis­her fremd waren. Man soll­te aller­dings dar­auf ach­ten, Schu­he mit dicken Soh­len zu tra­gen, denn der Weg besteht auch haupt­säch­lich aus Vul­kan­ge­stein. Zu dün­ne Soh­len füh­ren zu zahl­rei­chen, schmerz­haf­ten Momen­ten — ich habe das getes­tet …

Vor­der­grund: das Mal­país
Hin­ter­grund: El Puer­ti­to
fas­zi­nie­ren­de Küs­ten­land­schaft
Vul­kan­ge­stein
Die typi­schen Boden­de­cker des Mal­país (im Hin­ter­grund: La Mon­taña Gran­de)

Im Botanischen Garten

Der bota­ni­sche Gar­ten von Puer­to de la Cruz ist ein wah­res Klein­od. Für den klei­nen Ein­tritts­preis von 3 Euro kann man eine wun­der­vol­le Pflan­zen­welt in einer hüb­schen Anla­ge bestau­nen. Natür­lich eig­net sich der Gar­ten her­vor­ra­gend als Foto­mo­tiv.

Beson­ders beein­dru­ckend war die­ser schon recht alte Ficus im Herz des Gar­tens. Die Pflan­ze hat eine beein­dru­cken­de Höhe erreicht.

Die Luft­wur­zeln die­nen dem Baum zum Abstüt­zen.

Vie­le Blü­ten in leuch­ten­den Far­ben berei­chern den Gar­ten.

Eine gro­ße Zypres­se wächst neben einem vier­eckig ange­leg­ten Teich an einem Ende des Gar­tens. Es gibt Bän­ke zum Aus­ru­hen neben den Stu­fen zum Pool.

Man­che Pflan­zen sind höchst unge­wöhn­lich und sehen nicht beson­ders ver­trau­ens­er­we­ckend aus.

Natür­lich muss­te ich gegen Ende unse­res Besuchs eine Mimo­sen­pflan­ze strei­cheln, die sich prompt ein­roll­te — sie­he Video unten.

Keine Tiere, dafür Pflanzen, Meer und Wellen

Ges­tern waren wir in Puer­to de la Cruz und haben uns durch die Schlan­ge zum Park­platz des Loro Par­que gequält. Es soll einer der schöns­ten Zoos der Welt sein und angeb­lich muss man den gese­hen haben, wenn man hier ist.

Die Men­schen- und Auto­mas­sen, die sich in die­sen Zoo wälz­ten, haben uns jedoch die Lust genom­men. Nach­dem wir einen Park­platz in einer Sei­ten­stra­ße gefun­den hat­ten, haben wir den Zoo von oben gese­hen und er kam uns sehr klein vor. Zudem schall­te uns Musik und Klat­schen ent­ge­gen, was auf mehr Enter­tain­ment hin­deu­te­te, als wir von einem Zoo erwar­ten wür­den.

Eine kur­ze Recher­che ergab: der Zoo hat nur 133.500 m², und ist damit weni­ger als die Hälf­te der Zoom Erleb­nis­welt in Gel­sen­kir­chen (über 300.000 m²). Auch sind 4.000 Tie­re aus 350 Arten arg vie­le für den klei­nen Raum (Zoom: 560 Tie­re aus 64 Arten), selbst wenn es sich bei den meis­ten um Papa­gei­en und ande­re Vögel han­delt.

So haben wir uns für den Besuch des Taoro Par­que ent­schie­den. Dabei han­delt es sich um einen klei­nen, in den Hang gebau­ten Park mit Was­ser­lauf, der öffent­lich zugäng­lich ist. Er gehör­te Ursprüng­lich zum Grand Hotel Taoro, was um 1890 her­um mit allem dama­li­gen Luxus bei über 200 Zim­mern eröff­ne­te.

Der Park mit sei­ner tol­len Aus­sicht.
Der gro­ße Was­ser­fall im Hin­ter­grund war lei­der gera­de abge­schal­tet.
Für den Park wur­den extra meh­re­re hun­dert Bäu­me gepflanzt.

Als nächs­ten Stopp haben wir direkt am Was­ser geparkt und den Wel­len zuge­se­hen, wie sie sich an den gro­ßen Beton­wür­feln, die hier als Wel­len­bre­cher die­nen, spek­ta­ku­lär bre­chen:

Noch mehr Pflan­zen gab es bei unse­rem drit­ten Anlauf­punkt des Tages, aber dazu gibt es einen eige­nen Bei­trag hier.

Autofahren auf Teneriffa

Die Insel ist her­vor­ra­gend mit einem Miet­wa­gen zu erkun­den. Man kommt an Stel­len, die von den furcht­ba­ren Tou­ris­ten­bus­sen nicht ange­fah­ren wer­den. Und ein Miet­wa­gen ist hier extremst güns­tig, die Prei­se fan­gen bei unter 10€ pro Tag an.

Wir haben für unse­re Woche hier einen wei­ßen Renault Mega­ne bekom­men. Der Wagen fährt sich gut und kommt mit den Stra­ßen­ver­hält­nis­sen hier auch zurecht, wenn auch manch­mal etwas quä­lend. Ich habe es schon geschafft, mit quiet­schen­den Rei­fen anzu­fah­ren.

Letz­te­res ist vor allem den star­ken Stei­gun­gen geschul­det. Abseits der gro­ßen Stra­ßen und Auto­bah­nen sind es teil­wei­se sehr stei­le und enge Sträß­chen mit vie­len Kur­ven. Bei­spiels­wei­se kann man nicht ein­fach rechts in die Stra­ße zu unse­rem Hotel abbie­gen. Man ist gezwun­gen, dar­an vor­bei zu fah­ren und dann zu wen­den, denn die Stra­ße ist steil, der Win­kel spitz und der Weg gera­de mal 1,05 Autos breit. Trotz­dem gibt es in die­ser spit­zen Abbie­gung noch eine Gara­ge. Am Bes­ten sieht man das bei Goog­le Street­View. Man kommt aus der Stra­ße rechts und muss dann in die Stra­ße links abbie­gen. Abends muss ich dann auch mit­ten auf der Stra­ße ste­hen blei­ben, um das Tor zum Hotel-Park­platz auf­schlie­ßen zu kön­nen. Eine Stel­le, wo der Wagen nicht im Weg steht, gibt es nicht.

Aber die Spa­ni­er hier auf der Insel fah­ren recht umsich­tig und nicht aggres­siv. Anders ist ein Mit­ein­an­der hier aber auch nicht zu machen, da die Stra­ßen ein “Ich habe aber Vorfahrt!”-Vorbeiquetschen schlicht nicht erlau­ben.

Tan­ja hat mal eini­ge Vide­os wäh­rend der Fahrt gedreht, die euch einen Ein­druck der kur­vi­gen Berg­stra­ßen Tene­rif­fas bie­ten:

Hier eine brei­te Stra­ße mit schö­ner Aus­sicht.
Die Stra­ßen wer­den schma­ler und kur­vi­ger.
Ser­pen­ti­nen­stre­cken bie­ten eine beson­ders schö­ne Aus­sicht.
Trotz­dem gibt es über­all Häu­ser, egal wie sehr das eine Hang­la­ge ist.

(San Cristóbal de) La Laguna

Am Mitt­woch waren wir in La Lagu­na, einer klei­nen Stadt im Nord­teil der Insel. Die ehe­ma­li­ge Haupt­stadt Tene­rif­fas besticht durch schma­le Gas­sen, Kopf­stein­pflas­ter und his­to­ri­sche Häu­ser­fas­sa­den.

Lei­der war es wäh­rend unse­res Besuchs kühl und ver­reg­net, wes­halb wir uns haupt­säch­lich die Kathe­dra­le ange­se­hen haben. Von außen eher schlicht gehal­ten, ist das Inne­re des Got­tes­hau­ses aber sehr inter­es­sant. Auch im Innern ist die Archi­tek­tur zurück­ge­nom­men, aber hübsch. Wän­de und Decke sind in einem hel­len grau gehal­ten, wes­halb man nicht das Gefühl hat, erdrückt zu wer­den, was ich bei Kir­chen immer sehr ange­nehm fin­de.

Blick auf den Haupt­al­tar der Kir­che

In der Kathe­dra­le ste­hen unheim­lich vie­le Hei­li­gen­fi­gu­ren, die — anders als in Deutsch­land — meis­tens nicht aus Voll­holz geschnitzt sind. Oft sind nur Gesicht und Hän­de geschnitzt, wäh­rend der Rest des Kör­pers nicht rich­tig aus­ge­bil­det ist. Die mensch­li­che Form wird vor allem durch auf­wen­di­ge Beklei­dung erreicht.
Wäh­rend unse­res Besuchs am Mitt­woch war es teil­wei­se etwas schwer, die Hei­li­gen­sta­tu­en auch zu iden­ti­fi­zie­ren, da sie meist nicht an ihrem regu­lä­ren Platz stan­den. So kurz vor Ostern befan­den die meis­ten Figu­ren sich auf Wägen, die an den Fei­er­ta­gen bei einer Pro­zes­si­on durch die Stadt gerollt wer­den. Mitt­woch waren eini­ge Hel­fer damit beschäf­tigt, die Rei­fen der Wägen auf­zu­pum­pen …

Lus­tig anzu­se­hen waren auch die super moder­nen Blei­glas­fens­ter, die man ganz oben ange­bracht hat­te. Sie war­fen hüb­sche, bun­te Licht­ef­fek­te auf den Boden der Kir­che.

Moder­ne, bun­te Fens­ter in der Kathe­dra­le von La Lagu­na

Da vie­les in der Kathe­dra­le aus den Anfän­gen des 20. Jahr­hun­derts stammt (die Kathe­dra­le ist ein­mal abge­brannt), hat man vie­le Bau­sti­le ein­fach gemischt. Beson­ders auf­fäl­lig ist der ehe­ma­li­ge Haupt­al­tar, der jetzt am Ran­de der Kathe­dra­le auf­ge­baut ist. Mei­ner Mei­nung nach ist er ein wah­rer Augen­öff­ner mit Wow-Effekt.

Ehe­ma­li­ger Haupt­al­ter der Kathe­dra­le, mit flä­mi­schen Bild­ta­feln

Man kann auch auf die Kir­chen­em­po­re hoch­stei­gen und das Bau­werk von oben betrach­ten, was auch sehr loh­nens­wert ist.