Nah am Wasser gebaut

In die­sem Fal­le wohl prä­zi­ser: im Was­ser gebaut. Das von Tan­ja schon erwähn­te “Fjor­den­hus” ist achi­tek­to­nisch so beein­dru­ckend, dass ich hier noch ein paar Wor­te (und Bil­der) dar­über ver­lie­ren woll­te.

Noch­mal zur Erin­ne­rung: so sieht es von vor­ne, von der Stadt aus gese­hen aus.

Es han­delt sich hier­bei um ein Kunst­ob­jekt, das von einer Fir­ma namens “Kirk Kapi­tals” in Auf­trag gege­ben wur­de und jetzt als Fir­men­sitz genutzt wird. Ent­wor­fen und gebaut hat das Gan­ze ein Dänisch-Islän­di­scher Künst­ler namens Olafur Eli­as­son. Die unters­te Eta­ge in dop­pel­ter Höhe ist teil­wei­se öffent­lich zugäng­lich und als begeh­ba­res Kunst­werk ange­legt:

Direk­ter Blick aus dem Gebäu­de auf die Ost­see und die Vej­le­fjordbro­en (Vej­le­fjord­brü­cke)
Tei­le der unte­ren Eta­ge haben kei­nen Boden und sind vom Meer geflu­tet.
Das Fjor­den­haus-Foy­er mit Kunst an der Decke und Blick auf den Ost­see-Fjord.
Auch an der Decke fin­det sich zwi­schen­durch Kunst.

Das gesam­te Gebäu­de ist wohl auch in den Büro-Eta­gen mit Run­dun­gen und Ellip­sen ange­legt. Aus die­sem Grun­de hat der Künst­ler auch direkt pas­sen­de Möbel ent­wor­fen. Auch die Trep­pen­häu­ser sind pas­send zum run­den The­ma mit Wen­del­trep­pen gebaut. Die­se Eta­gen sind lei­der nicht öffent­lich zugäng­lich, man kann jedoch Tou­ren buchen. Ansons­ten kann ich jedem emp­feh­len, die Web­sei­te des Fjor­den­hus zu besu­chen.

Fun, fun, fun!

Wir haben am Sams­tag hier in Ham­burg ein Muse­um besucht, das kei­nes ist. Denn im Gegen­satz zu ande­ren Muse­en soll man sich hier in die Aus­stel­lungs­stü­cke bege­ben und soll auch gaanz vie­le Fotos machen.

Ein Japa­ner namens Masa­shi Hat­to­ri aus Tokio macht 3D-Kunst­wer­ke, und die kann man hier im “Mind­ways” erle­ben:

Man soll­te den Tria­den nicht im Wege ste­hen…
Auch Rei­ten will gelernt sein!
Neu­er Job: Glat­zen­po­lie­rer.

Faszination Technik

Unse­re Hel­go­land-An- und Abrei­se war sehr bequem im “Halun­der Jet” der FRS Hel­go­Li­ne.

Der “Halun­der Jet” kann auf der Stel­le dre­hen. Bild dreist von helgoline.de gela­den.

Der 16 Mil­lio­nen teu­re Kata­ma­ran hat sei­nen Namen vom Hel­go­län­der Frie­sisch. Der Eigen­na­me des Dia­lek­tes ist näm­lich “Halun­der”. Seit 2018 ist der “Halun­der Jet” jetzt in Betrieb und eines der moderns­ten Fähr­schif­fe. Mit Water­jet Pro­pul­si­on-Antrieb (Es wer­den vier star­ke Was­ser­strah­len erzeugt, die den Kata­ma­ran antrei­ben und so auch extre­me Manö­ver wie die oben gezeig­te Dre­hung ermög­li­chen) schafft das Schiff sat­te 35 Kno­ten (ca. 66 km/h) als Höchst­ge­schwin­dig­keit.

Aus­ge­stat­tet mit einer moder­nen Bewe­gungs-Absorb­ti­ons-Anla­ge ist die Über­fahrt sehr ruhig (außer bei schwe­rem See­gang, aber auch da schafft die Anla­ge es, nur die gro­ßen Schwan­kun­gen durch­zu­las­sen und alles ande­re bleibt dem Pas­sa­gier erspart). Gera­de in unse­rer Pre­mi­um Class ist die Über­fahrt sehr bequem. Brei­te, kom­for­ta­ble Sit­ze, fes­te Tische an jedem Platz, viel Bein­frei­heit, der bereits erwähn­te Kaf­fee-Auto­mat und schö­ne Gro­ße Fens­ter machen die Anrei­se schon zum Urlaub.

An Bord gibt es über­all Moni­to­re, die abwech­selnd die aktu­el­le Posi­ti­on des Schif­fes (samt Geschwin­dig­keit), Live-Kame­ra­bil­der von vor­ne und hin­ten sowie Infor­ma­tio­nen, Eigen­wer­bung und den obli­ga­to­ri­schen Sicher­heits­film (mit Humor auf Hel­go­land gedreht) anzei­gen.

Kurz vor der jewei­li­gen Ankunft gibt es dann noch ein pas­sen­des Lied. Zwar hat das Schiff 16 Mil­lio­nen gekos­tet, aber für ver­nünf­ti­ge Laut­spre­cher hat es lei­der nicht gereicht. Nicht all­zu tra­gisch: auf dem Hin­weg war es Rolf Zuc­k­ow­skis eigens kom­po­nier­tes Lied “Halun­der Jet”, auf dem Rück­weg das Lied “Kata­ma­ran” von Hans Hartz.

Sehr unter­halt­sam auch die bei­den Ani­ma­ti­ons-Kurz­fil­me, die unter­wegs gezeigt wur­den:

Ani­m­ani­mals: Zebra
Ani­m­ani­mals: Cow

Aus der Serie gibt es noch mehr 🙂
Etwas län­ge­re Fas­sun­gen und deut­lich mehr Fol­gen gibt’s bei KiKa!

Alles in allem ist es ein sehr beque­mes Rei­sen, auf die­sem schnel­len und schi­cken Kata­ma­ran. Wer nach Hel­go­land möch­te, kann kaum beque­mer dort­hin kom­men. Der “Halun­der Jet” fährt von Ham­burg über Wedel und Cux­ha­ven nach Hel­go­land, man kann an allen drei Sta­tio­nen zustei­gen. Das berühm­te “Aus­boo­ten” hin­ge­gen ent­fällt für Pas­sa­gie­re des “Halun­der Jet” und der “Hel­go­land”, alle ande­ren müs­sen wie gehabt mit den berühm­ten Bör­te­boo­ten von den Schif­fen wie “Fair Lady”, “Fun­ny Girl” und der “Lady von Büsum” an Land gebracht wer­den.

Autofahren auf Teneriffa

Die Insel ist her­vor­ra­gend mit einem Miet­wa­gen zu erkun­den. Man kommt an Stel­len, die von den furcht­ba­ren Tou­ris­ten­bus­sen nicht ange­fah­ren wer­den. Und ein Miet­wa­gen ist hier extremst güns­tig, die Prei­se fan­gen bei unter 10€ pro Tag an.

Wir haben für unse­re Woche hier einen wei­ßen Renault Mega­ne bekom­men. Der Wagen fährt sich gut und kommt mit den Stra­ßen­ver­hält­nis­sen hier auch zurecht, wenn auch manch­mal etwas quä­lend. Ich habe es schon geschafft, mit quiet­schen­den Rei­fen anzu­fah­ren.

Letz­te­res ist vor allem den star­ken Stei­gun­gen geschul­det. Abseits der gro­ßen Stra­ßen und Auto­bah­nen sind es teil­wei­se sehr stei­le und enge Sträß­chen mit vie­len Kur­ven. Bei­spiels­wei­se kann man nicht ein­fach rechts in die Stra­ße zu unse­rem Hotel abbie­gen. Man ist gezwun­gen, dar­an vor­bei zu fah­ren und dann zu wen­den, denn die Stra­ße ist steil, der Win­kel spitz und der Weg gera­de mal 1,05 Autos breit. Trotz­dem gibt es in die­ser spit­zen Abbie­gung noch eine Gara­ge. Am Bes­ten sieht man das bei Goog­le Street­View. Man kommt aus der Stra­ße rechts und muss dann in die Stra­ße links abbie­gen. Abends muss ich dann auch mit­ten auf der Stra­ße ste­hen blei­ben, um das Tor zum Hotel-Park­platz auf­schlie­ßen zu kön­nen. Eine Stel­le, wo der Wagen nicht im Weg steht, gibt es nicht.

Aber die Spa­ni­er hier auf der Insel fah­ren recht umsich­tig und nicht aggres­siv. Anders ist ein Mit­ein­an­der hier aber auch nicht zu machen, da die Stra­ßen ein “Ich habe aber Vorfahrt!”-Vorbeiquetschen schlicht nicht erlau­ben.

Tan­ja hat mal eini­ge Vide­os wäh­rend der Fahrt gedreht, die euch einen Ein­druck der kur­vi­gen Berg­stra­ßen Tene­rif­fas bie­ten:

Hier eine brei­te Stra­ße mit schö­ner Aus­sicht.
Die Stra­ßen wer­den schma­ler und kur­vi­ger.
Ser­pen­ti­nen­stre­cken bie­ten eine beson­ders schö­ne Aus­sicht.
Trotz­dem gibt es über­all Häu­ser, egal wie sehr das eine Hang­la­ge ist.

Vulkan und Leuchtturm

Ges­tern haben wir nach einem Zwi­schen­stopp in La Lagu­na (dazu spä­ter mehr) die atem­be­rau­ben­de Land­schaft am west­lichs­ten Punkt Tene­rif­fas, dem Pun­ta de Teno, genos­sen.

Die Land­stra­ße dort­hin ist tags­über für Autos gesperrt (Aus­nah­me: Bus, Taxis und die Ver­wal­tung), weil sonst zu vie­le Tou­ris­ten den klei­nen Park­platz über­schwem­men wür­den. Als Ergeb­nis sind wir mit dem Bus die 15 Minu­ten von Buen­avis­ta de Nor­te aus gefah­ren. Die Fahrt kos­tet einen Euro pro Per­son und Rich­tung. Die Fahr­küns­te des Bus­fah­rers sind, sagen wir mal, sehr selbst­si­cher und krea­tiv *hust*.

Unter Pal­men war­tet man auf den Bus

Wenn man dort ist, bie­tet sich einem ein fan­tas­ti­sches Pan­ora­ma:

Die Aus­sicht Rich­tung Süden
Die Aus­sicht Rich­tung Nor­den

Es han­delt sich beim Pun­ta de Teno um eine Land­zun­ge, die enstan­den ist, als der Vul­kan Teno aus­brach und sich die Lava ins Meer ergoss um dort zu erkal­ten. Natür­lich darf dort ein Leucht­turm nicht feh­len.

Den Leucht­turm selbst kann man nicht besich­ti­gen oder von nahem besu­chen. Er ist immer noch in Betrieb und warnt die Schif­fe vor dem tücki­schen Lava­fel­sen.

Der Ort hat etwas sur­rea­les, da das teils röt­li­che, teils schwar­ze Lava­ge­stein hier die ein­zi­ge Gesteins­art ist. Viel davon ist sehr brö­se­lig, eini­ges ganz fest gepresst. Die klei­nen Sand­strän­de haben schwar­zen Sand, der aus gemah­le­nem Lava­ge­stein besteht. Sehr beliebt ist der Ort zum Baden und Son­nen bei den Ein­hei­mi­schen.

Man kann hier auch pri­ma Qi Gong ste­hen…

Szenen einer Familie…

Es gibt gute Grün­de, war­um man die Sachen und Akti­vi­tä­ten sei­ner Kin­der über­prü­fen soll­te… Heli­ko­pter­el­tern­teil muss man nicht unbe­dingt wer­den, aber wenn man eine Rei­se vor­be­rei­tet, hilft es oft, den Kin­dern mal die Sicher­heit beim Flug näher zu brin­gen. Sonst pas­siert das, was wir gera­de an der Sicher­heits­kon­trol­le des DUS erlebt haben:

Die Sicher­heits-Beam­tin fragt eine Dame: “Ist das Ihr Ruck­sack?”
“Ja…”
“Sie haben da eine Sche­re drin!”
“Waas? Eine Sche­re…??“
In dem Moment kommt die klei­ne Toch­ter auf­ge­regt ange­rannt:
“Mei­ne Bas­tel­sche­re!!!”

Das Gesicht der Mut­ter (und das der Sicher­heits-Beam­tin) war Gold wert…

Dit und dat

Wie der Titel schon sagt, folgt nun eine Zusam­men­stel­lung von Kurio­sem und Wis­sens­wer­tem über Bor­kum:

  1. Bor­kum hat ein Kanin­chen-Pro­blem. So nied­lich wie die Tier­chen uns Tou­ris­ten viel­leicht erschei­nen mögen, für die Ein­hei­mi­schen sind sie eine ech­te Pla­ge, da sie unter ande­rem Gär­ten und Dei­che zer­stö­ren. Die Lang­oh­ren kön­nen sich mehr oder weni­ger unge­stört aus­brei­ten, da sie auf der Insel kei­ne natür­li­chen Fein­de haben. Ein­zig eine Augen­krank­heit, die im Nor­mal­fall töd­lich endet, dezi­miert regel­mä­ßig den Bestand, wes­halb man die Tie­re nicht anfas­sen soll­te, da die­se Krank­heit auf den Men­schen über­trag­bar ist!

    Kanin­chen
  2. Neben der Tou­ris­ten-Infor­ma­ti­on mit­ten im Ort steht ein wun­der­bar inter­na­tio­na­ler Weg­wei­ser, damit man als Tou­rist auf Bor­kum auch immer genau weiß, wo ande­re wich­ti­ge Sehens­wür­dig­kei­ten die­ser Welt lie­gen:


  3. Es gibt ein Café, das wir nicht besucht haben, das aber mit­ten im Ort liegt und ein­fach ein wun­der­schö­nes Schild am Haus hän­gen hat — beson­ders beach­tens­wert fin­de ich die neue Wort­schöp­fung!

  4. Bor­kum hat ein sehr schö­nes Stra­ßen­pflas­ter aus roten Pflas­ter­stei­nen. Ab und an fin­den sich immer wie­der Bil­der aus grau­en Stei­nen, die zum mari­ti­men Leben pas­sen: Ein Fisch bei­spiels­wei­se, oder wie hier ein Anker.


    Die Stra­ßen auf der Insel sind übri­gens unglaub­lich sau­ber. Ziga­ret­ten­stum­mel, Kau­gum­mi­res­te oder Bon­bon­pa­pier­chen sucht man hier ver­ge­bens.

Die Logik von Stadtverwaltungen

Nur eine Beob­ach­tung am Ran­de:

Die Stand­ver­wal­tung Leer (zu deren Land­kreis Bor­kum gehört) ist auf eine total genia­le Idee gekom­men:

Alt­pa­pier wird hier in PLASTIKSÄCKEN gesam­melt.

Fin­de den Feh­ler.

Architektonisches, Entspannendes, Interessantes.

Ges­tern war Ent­span­nung ange­sagt. Das Wet­ter hat immer noch nicht mit­be­kom­men, dass es schlech­ter wer­den soll (hof­fent­lich liest es hier nicht mit) und es war strah­len­der Son­nen­schein:

Im Strand­korb lässt es sich wun­der­bar im Son­nen­schein lesen…

Als wir unru­hig wur­den (lan­ges Her­um­sit­zen ist nicht so unser Ding) haben wir den Platz gewech­selt und im Matrix einen Mit­tags-Cock­tail getrun­ken — mit Nachos.

Danach haben wir eine Run­de durch’s Dorf gedreht und die Archi­tek­tur der evan­ge­li­schen Kir­che bewun­dert:

Man beach­te das Schiff über dem Ein­gang.

Innen viel Holz und schräg­ge­stell­te Bän­ke — eher unge­wöhn­lich.

Und die­ses Modell­schiff stand neben dem Altar. Qua­si ein Kir­chen­schiff *räus­per*

Auch die von uns kurz danach besuch­te Katho­li­sche Kir­che “Maria Mee­res­stern” war archi­tek­to­nisch sehr inter­es­sant, weil modern:

Sehr schi­cke Fens­ter in der klei­nen Sei­ten­ka­pel­le.

Blick vom Altar aus auf die moder­ne Erwei­te­rung mit Empo­re von 1989

Die Katho­li­sche Kir­che von außen.

Übri­gens ist Bor­kum ursprüng­lich seit der Refor­ma­ti­on evan­ge­lisch. Einen katho­li­schen Pries­ter gibt es erst seit 1901 wie­der auf der Insel — haupt­säch­lich durch Tou­ris­mus war das erfor­der­lich. Heu­te gibt es ca. 800 Katho­li­ken auf Bor­kum — bei 5118 Ein­woh­nern (Dez. 2017).

Der Abend hat dann den Leucht­turm in ein schö­nes Son­nen­un­ter­gangs-Licht getaucht:

Neu­er Leucht­turm Bor­kum — mit “Ber­li­ner Mau­er”

Die Ber­li­ner Mau­er ist übri­gens ein Mahn­mal — oder Denk­mal — das sogar die Bor­ku­mer selbst nicht erklä­ren kön­nen. Fest steht nur: bereits am 4. August 1965 wur­de Wil­ly Brandt beim Besuch auf Bor­kum vor die­ser Mau­er foto­gra­fiert, wie die­ser Arti­kel zeigt.

Den Abend beschloss dann ein schö­ner Son­nen­un­ter­gang, gefolgt von lecke­rem Essen 🙂

Son­nen­un­ter­gang über der gro­ßen See­hund-Sand­bank.

Falsche Insel

Ein Kell­ner auf Bor­kum erzähl­te uns fol­gen­de Anek­do­te:

Eines Tages auf dem Weg zur Arbeit traf er im Zen­trum der Insel eine Frau, die aus­sah, als suche sie etwas. Auf sei­ne Nach­fra­ge hin erfuhr er, dass sie auf der Suche nach ihrer Unter­kunft war, doch lei­der gab es kein Hotel mit die­sem Namen auf Bor­kum. Die Frau war sich jedoch ganz sicher. Mehr­mals ver­nein­te er, bis die Frau erbost erwi­der­te: “Doch, natür­lich gibt es die­ses Hotel hier auf Nor­der­ney, ich habe es schließ­lich gebucht!”

Ohne Kom­men­tar … ?