Die westlichste dänische Insel

Am Mon­tag haben wir einen Aus­flug auf die Insel Rømø unter­nom­men. Es war dort küh­ler und win­di­ger als auf dem Fest­land, was wir bei­de sehr ange­nehm fan­den. Um ein wenig was von der Insel zu sehen, beschlos­sen wir, die Bän­ke abzu­fah­ren, die der Ver­ein ‘Ven­ner af Rømøs Natur’ auf­ge­stellt hat. Von den 20 exis­tie­ren­den Bän­ken haben wir 9 geschafft, da die Tour län­ger gedau­ert hat, als gedacht. Natür­lich haben wir an den Bän­ken jeweils Bil­der gemacht. Die Bän­ke laden an (teil­wei­se) unge­wöhn­li­chen Stel­len dazu ein, die Natur der Insel zu genie­ßen. Eine Kar­te, auf der alle Sitz­bän­ke ver­zeich­net sind, hat­ten wir uns im Tou­ris­ten­bü­ro geholt.

Bank Nr. 9, direkt in den Dünen

Um zu Bank 6 zu gelan­gen, muss­ten wir erst ein­mal durch eine char­man­te Hei­de­land­schaft, durch­zo­gen von Rad- und Wan­der­we­gen, lau­fen. Dabei kamen wir am Høstbje­rg vor­bei, einem der höchs­ten Punk­te der Insel. Dort oben kann man wun­der­bar Fotos machen …

Auf dem Høstbje­rg
Hier kann man auch die Haa­re episch im Wind wehen las­sen …

Unglaub­lich beein­dru­ckend ist der Strand von Rømø. Stel­len­wei­se ist er 4km breit und teil­wei­se mit dem Auto befahr­bar. Je nach­dem, wo man sich befin­det, kann man zur Insel Sylt hin­über­win­ken.

Am Strand von Rømø
Blick nach Sylt
Son­nen­un­ter­gang am Meer

Gene­rall haben wir fest­ge­stellt, dass Rømø zur Som­mer­zeit fest in deut­scher Urlau­ber­hand ist. Es gibt zahl­rei­che Feri­en­häu­ser, die man mie­ten kann und die beson­ders beliebt bei deut­schen Tou­ris­ten sind.

Kleine, aber feine Orte

Zwei land­schaft­lich schö­ne Orte haben wir besucht, die jeweils auch ihre eige­ne Geschich­te haben.

Am 26. waren wir im Kle­lund Dyre­have. Dabei han­delt es sich um ein Wald‑, Wie­sen- und Hei­de­ge­biet, das als Natur­schutz­ge­biet abge­trennt wur­de. Es führt eine Kies-Stra­ße hin­durch und vie­le Wan­der­we­ge, zudem gibt es einen Aus­sichts­turm. Man glaubt dar­an, dass die Natur sich selbst regu­liert, wenn man ihr den Raum dazu lässt. So kann es pas­sie­ren, dass man auf dem 1.400 Hekt­ar gro­ßen Gelän­de (wir erin­nern uns: Hel­go­land hat 170 Hekt­ar inklu­si­ve Düne) kei­nes der Rehe oder Wild­schwei­ne sieht. Was man jedoch auf jeden Fall trifft, sind Amei­sen. Die sind in solch gro­ßer Zahl ver­tre­ten, dass sogar ein Kin­der­spiel­platz im Gebiet “Amei­sen” als The­ma bekom­men hat.

Spiel­platz mit Amei­sen­kö­ni­gin-Rut­sche (im Hin­ter­grund), Amei­sen­hau­fen-Klet­ter­ge­rüst und lau­ter klei­nen Holz­amei­sen.
Die fas­zi­nie­ren­de Archi­tek­tur des Aus­sichts­tur­mes.
Die schö­ne Aus­sicht. Klei­nes Blau­es Auto als Grö­ßen­ver­gleich.

Am 28. haben wir dann noch einen klei­nen, alten Park besucht, der sich Chris­ti­ne­ro nennt, was soviel bedeu­tet wie “Chris­ti­nes Ruh’ ”. Er wur­de in den spä­ten 1700er Jah­ren von Chris­ti­ne Frie­de­ri­ca von Hol­stein ange­legt, die 1777 mit ihrem Mann zusam­men (Chris­ti­an Frie­de­rich von Hol­stein, er war ihr Cou­sin) einen nahe­ge­le­ge­nen Hof mit dem tol­len Namen Faver­vrågård gekauft hat­te. Sie nann­te den Gar­ten “Mei­ne Gedan­ken”, weil sie sich zum Nach­den­ken dort­hin zurück­zog. Heu­te ist es ein Park mit alten Bäu­men, in dem man wun­der­bar wan­deln kann. Den Namen bekam der Park erst nach ihrem Tod 1812. Die von ihr beauf­trag­ten Gebäu­se sind aber noch vor­han­den.

Der Pavi­li­on, in dem man noch nett sit­zen kann.
Das Grab der Park­her­rin, schön zwi­schen den Bäu­men gele­gen.
Wun­der­ba­rer alter Baum­be­stand.
Der Plan des Parks

Mandø

Ges­tern sind wir bei 32°C (ich weiß, in Deutsch­land ist es noch wär­mer) mit dem Trak­tor­bus auf die Insel Man­dø gefah­ren. Das beson­de­re an der Insel ist, dass sie in einem recht fla­chen Teil des Wat­ten­mee­res liegt und des­halb eben per Auto oder Trak­tor­bus erreich­bar ist. Natür­lich ist auch hier­bei auf die Gezei­ten zu ach­ten.

Trak­tor­bus

Die Insel ist recht klein und wird haupt­säch­lich land­wirt­schaft­lich genutzt. Es gibt einen Ort, Man­dø-By, und einen nicht all­zu gro­ßen Strand. Letz­te­rer ist trotz­dem toll, da man im seich­ten Was­ser ziem­lich gefahr­los durchs Watt lau­fen kann — eine neue Erfah­rung für mich. Gera­de bei der gest­ri­gen Hit­ze war es ange­nehm, sich auf die­se Wei­se abzu­küh­len — Füße im Was­ser und der leich­te Wind vom Meer.

Bar­fuss im Watt
David bar­fuss und mit hoch­ge­krem­pel­ter Hose im Meer — es gesche­hen noch Zei­chen und Wun­der! 😀
Wat macht der Watt­wurm da im Watt?
Die Trak­to­ren fuh­ren raus zu den See­hund­bän­ken.

Wir haben uns auch die klei­ne, nied­li­che und ziem­lich bun­te Kir­che von Man­dø ange­se­hen. Es gibt nur einen Raum, kei­ne Sakris­tei oder ähn­li­ches und die Kir­chen­bän­ke sind lila gestri­chen mit tür­kis­blau­en Kis­sen. Süß ist auch der exter­ne Glo­cken­turm.

Links die Kir­che, rechts der Glo­cken­turm
Kir­che von innen

Auch das Man­døhus, ein ehe­ma­li­ges Schif­fer­haus, das jetzt Muse­um ist, ist sehens­wert. Man kann sich hier einen Ein­druck ver­schaf­fen, wie die Men­schen frü­her auf der Insel gelebt haben.

Im Döns (einer der Haupt­räu­me des Hau­ses): eine Pup­pe mit Man­dø-Tracht
Die Decken­hö­he ist gering. David stieß sich mehr­fach den Kopf. Aber es gab vie­le Räu­me.
Funk­ti­ons­fä­hi­ger Ofen

Die Insel hat außer­dem noch eine his­to­ri­sche Müh­le, die auch voll ein­satz­fä­hig ist. Sie wird immer noch zur Mehl­her­stel­lung genutzt. Lei­der war sie schon geschlos­sen, als wir dort anka­men. Gebaut ist sie nach dem nie­der­län­di­schen Stil.

Müh­le

Nach­mit­tags ging’s mit dem Trak­tor­bus wie­der zurück aufs Fest­land. Bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren sei übri­gens die Fahrt oben im Bus und nicht unten emp­foh­len!

Zurück aufs Fest­land — Fahrt durchs Über­schwem­mungs­ge­biet

Entspannung in der Großstadt

Wer inmit­ten einer Groß­stadt wie Ham­burg Ruhe und Ent­span­nung sucht, hat zwei Mög­lich­kei­ten. Man kann ent­we­der ein (oft teu­res) Eta­blis­se­ment mit Sau­na und Co. besu­chen, oder sich in einen schö­nen, ruhi­gen Park bege­ben.

Ham­burg hat meh­re­re Parks, aber unüber­trof­fen ist der welt­größ­te Park­fried­hof in Ohls­dorf. Mit 389 Hekt­ar ist er mehr als dop­pelt so groß wie Hel­go­land (170 Hekt­ar inkl. Düne!). Er hat Ver­kehrs­stra­ßen (Durch­gangs­ver­kehr nicht gestat­tet, max. 30 km/h) und wird von zwei Bus­li­ni­en an 22 Hal­te­stel­len ange­fah­ren.

Hier lie­gen auch eini­ge Berühmt­hei­ten wie Hans Albers oder Hel­mut Schmidt samt sei­ner Frau Loki. Wer mehr wis­sen möch­te, dem sei der extrem aus­führ­li­che Wiki­pe­dia-Arti­kel ans Herz gelegt.

Für uns gab es viel Platz zum Schlen­dern, Ent­span­nen und Fotos machen:

Kunst­voll gemei­ßel­ter Grab­stein eines Kapi­täns.
Der Mar­ga­re­then­brun­nen an der Cor­des­al­lee, erbaut zur Bun­des­gar­ten­schau 1953
Über­all als Farb­tup­fer oder ‑flä­chen zu fin­den: Chi­ne­si­sche Schein­quit­ten
Die Paar­an­la­ge. Hier sind Urnen­grä­ber von Paa­ren (teil­wei­se noch halb belegt)
Die sehr pas­sen­de und stil­vol­le Sta­tue in der Paar­an­la­ge
Kapel­le 2, das ältes­te Gebäu­de des Fried­ho­fes.
Gän­se­blüm­chen im Apfel­hain des Fried­ho­fes.

Let the sunshine in!

Das Wet­ter auf Hel­go­land zeig­te sich heu­te von sei­ner char­man­tes­ten Sei­te. Strah­len­der Son­nen­schein und ange­neh­me Tem­pe­ra­tu­ren ver­süß­ten uns den letz­ten Tag auf der Insel ( 🙁 ).

Wir haben den Vor­mit­tag dazu genutzt, bei die­sem herr­li­chen Wet­ter noch ein­mal den Klip­pen­rand­weg rund ums Ober­land abzu­lau­fen. Danach sind wir noch über die Pro­me­na­de am Was­ser spa­ziert. In der “Bun­ten Kuh” haben wir uns (alko­hol­freie) Cock­tails gegönnt und dann ein Pick­nick im Grü­nen zu uns genom­men. Bevor wir unse­re Sachen aus dem Hotel hol­ten, sind wir noch beim “Kaf­fee­klatsch” rein­ge­sprun­gen und haben uns Limo und Lat­te Mac­chiat­to gegönnt.

Coco Jam­boo und Mari­lyn Mon­roe in der ‘Bun­ten Kuh’
Bun­te Kühe in der ‘Bun­ten Kuh’ …
Auf dem Klip­pen­rand­weg bei Son­nen­schein
Join the Möw­ment!
Bass­töl­pel mit Nach­wuchs
Blick auf die ‘Lan­ge Anna’

Das Helgoländer Outback

Ges­tern haben wir den Fel­sen im Meer für eini­ge Stun­den ver­las­sen: wir sind mit der Fäh­re zur Düne gefah­ren, ein klei­nes Stück Land, das zur Haupt­in­sel Hel­go­land gehört. Auf der Düne gibt es Meer, Strand, Bun­ga­lows für Urlau­ber, einen Cam­ping­platz, einen Mini-Leucht­turm, zwei Restau­rants und einen Flug­platz (u.a. bie­ten sie Direkt­flü­ge nach Bor­kum an).

Abge­se­hen von der Ruhe, die dort herrscht, bie­tet die Düne ein unver­gleich­li­ches High­light, näm­lich ihre Flo­ra und Fau­na. Es gibt tol­len Strand, der an schö­nen Tagen auch zum Baden genutzt wer­den kann, und die Dünen sind über­sät mit leuch­tend blü­hen­den Kar­tof­fel-Rosen. Die Düne ist Nist- und Brut­platz für zahl­rei­che Möwen, die jetzt im Juli Jun­ge haben. Außer­dem kann man am Strand Kegel­rob­ben aus nächs­ter Nähe begut­ach­ten. Man darf nur auch hier nicht zu nahe ran­ge­hen, da Rob­ben trotz ihres nied­li­chen Aus­se­hens Raub- und kei­ne Kuschel­tie­re sind.

Blü­te der Kar­tof­fel­ro­se. Die Pflan­ze ist ver­wandt mit der Hage­but­te und bil­det ähn­li­che Früch­te aus.
Hel­go­land, von der Düne aus gese­hen.
Jun­ge Möwen mit Alt­vo­gel
Kegel­rob­ben am Strand der Düne
Es war win­dig und kühl …

Im ‘Lan­des­in­nern’ gibt es das Dünen­ca­fé, wo man schön sit­zen und Kaf­fee trin­ken kann. Es gibt auch eine gro­ße Aus­wahl an Mit­tag- und Abend­essen, nur glu­ten­frei ist hier lei­der schwie­rig. Direkt neben dem Café gibt es Strand­kör­be zum mie­ten, mit Blick aufs Was­ser.

Strand­kör­be mit Leucht­turm, am Dünen­ca­fé

Am Flug­ha­fen gibt es noch ein zwei­tes Lokal, sowie einen klei­nen Lebens­mit­tel­la­den. Wer also für meh­re­re Tage auf der Düne blei­ben möch­te (All­er­gi­ker und/oder Vega­ner soll­ten aller­dings vor­pla­nen), muss nicht immer zur Haupt­in­sel fah­ren, nur weil das Klo­pa­pier aus­ge­gan­gen ist. 😛

Am Lummenfelsen

Der hel­go­län­di­sche Lum­men­fel­sen, direkt neben der Lan­gen Anna gele­gen, dient meh­re­ren Vogel­ar­ten als Brut­stät­te für ihren Nach­wuchs. Fas­zi­nie­rend sind hier­bei meh­re­re Din­ge:

  • die schie­re Anzahl an Vögeln,
  • die Vogel­ar­ten, die sonst in Deutsch­land eher sel­ten sind, sowie
  • die Tat­sa­che, dass man unheim­lich nah an die Tie­re her­an­kommt.

Wer den Klip­pen­rand­weg auf Hel­go­lands Ober­land ent­land spa­ziert, kommt unwei­ger­lich am Lum­men­fel­sen vor­bei. Man riecht es schon von wei­tem, da vie­le Vögel auch viel Kot pro­du­zie­ren. Möwen, Lum­men, Bass­töl­pel und ande­re Vögel umkrei­sen in Scha­ren den Fel­sen. Wir beka­men ges­tern haupt­säch­lich Möwen und Bass­töl­pel zu sehen. Letz­te­re haben gera­de mehr oder weni­ger frisch geschlüpf­te Jun­ge, die sie eif­rig bewa­chen. Natür­lich soll­te man den Tie­ren gebüh­ren­den Respekt ent­ge­gen­brin­gen, da ihre schar­fen Schnä­bel nicht unge­fähr­lich sind. Wer sich aber vor­sich­tig nähert, kann ziem­lich nahe her­an­kom­men und die in Deutsch­land sehr sel­te­nen Vögeln genau begut­ach­ten. Die Bass­töl­pel brü­ten wohl auch erst seit Mit­te der 90er Jah­re am Hel­go­län­der Lum­men­fel­sen. Ihr Haupt-Brut­ge­biet ist wohl Schott­land.

Bass­töl­pel
Brut­pfle­ge
Trotz der star­ken Win­de steht der Bass­töl­pel fast in der Luft.

Ich selbst war vor­her noch nie in frei­er Wild­bahn so nahe an einer so gro­ßen Vogel­ko­lo­nie, in der es außer­dem noch Jun­ge gab, dran gewe­sen. Es war ein beein­dru­cken­des und loh­nens­wer­tes Erleb­nis!

Die Bass­töl­pel-Kolo­nie am Lum­men­fel­sen

Laufen, Essen, Staunen

Hel­go­land ist in vie­len Din­gen eine beson­de­re Insel. Es gibt hier kei­ne Fahr­rä­der (Aus­nah­men: Kin­der bis 12 Jah­re und zwei Dienst­fahr­rä­der der Poli­zei) und kaum Autos (in der deut­schen StVO sind sowohl Fahr­rad­ver­bot als auch Auto­ver­bot ver­an­kert). Die ca. 140 Son­der­ge­neh­mi­gun­gen gehen alle­samt an die min­des­tens nöti­gen Ver­kehrs­mit­tel: Elek­tri­sche Trans­port­fahr­zeu­ge (ähn­lich den Kof­fer-Autos auf dem Roll­feld am Flug­ha­fen), die sämt­li­che Lie­fer­fahr­ten und Gepäck­diens­te machen, zwei (!) Elek­tro-Taxen, Feu­er­wehr, Ret­tungs­dienst und Bau­fahr­zeu­ge. Vie­le Hel­go­län­der sind mit Tret­rol­lern unter­wegs (das ist ja kein Fort­be­we­gungs­mit­tel, son­dern ein Sport­ge­rät!). Alles ande­re wird zu Fuß erle­digt. Da man in sehr kur­zer Zeit ein­mal um die Insel drum­her­um lau­fen kann, stört das auch nicht wirk­lich.

Beim Lau­fen kann man auch viel auf der Insel bestau­nen:

Bun­te Hum­mer­bu­den am Süd­ha­fen
Ber­li­ner Bär
Blick auf den Ort mit Kirch­turm
Hel­go­län­der Leucht­turm
Blick auf den Lum­men­fel­sen und die Lan­ge Anna

Am Abend haben wir dann her­vor­ra­gend im Atlan­tis geges­sen, wo glu­ten­freie Zube­rei­tung auch kein Fremd­wort ist. Es gab gebra­te­ne Schol­le Büsu­mer Art (mit Krab­ben und gut gewürz­ten Kar­tof­feln) für Tan­ja und den “Steak-Tel­ler Atlan­tis” mit Schmor­ge­mü­se, Brat­kar­tof­feln, Kräu­ter­but­ter und vier ver­schie­de­nen Steaks für mich. Als Nach­tisch lecke­re Beer­engrüt­ze mit Vanil­le­eis und Sah­ne für mich und Bailey’s für Tan­ja. Ein tol­les, emp­feh­lens­wer­tes Lokal, bei dem wir mor­gen gleich auch noch mal einen Tisch reser­viert haben! 😀

Hoch hinaus!

Eine ganz beson­de­re Erfah­rung haben wir am Sams­tag vor unse­rem Abflug gemacht. Der alles beherr­schen­de Vul­kan “El Tei­de”, der Tene­rif­fas Zen­trum bil­det, ist mit 3.718 Metern die höchs­te Erhe­bung der Kana­ri­schen Inseln und mit 7.500 Metern über dem Mee­res­bo­den der dritt­höchs­te Insel­vul­kan der Erde.

Sei­nen Gip­fel darf man nur mit einer Son­der­ge­neh­mi­gung der Ver­wal­tung des Natio­nal­parks (der zum UNESCO-Welt­na­tur­er­be gehört) bestei­gen. Die­se Geneh­mi­gung ist zwar kos­ten­los, jedoch wird damit sowohl die Anzahl der Tou­ris­ten als auch die Berück­sich­ti­gung der Vul­kan­ver­hält­nis­se kon­trol­liert.

Wir hat­ten uns ent­schie­den, eine geführ­te kur­ze Wan­de­rung zum Aus­sichts­punkt mit Blick auf den “Pico Vie­jo” zu machen. Um 14:30 soll­te es an der Tal­sta­ti­on der Seil­bahn (Tele­fé­ri­co del Tei­de) los­ge­hen. Die Seil­bahn über­win­det die 1.199 Höhen­me­ter von 2.356 Metern bis 3.555 Metern in 8 Minu­ten. Die Fahrt­stre­cke ist 2.482 Meter lang. In den Kabi­nen (Kapa­zi­tät: 44 Per­so­nen) ist lei­der schlech­te Luft und man fühlt sich arg ölsar­di­nig.

Das jedoch wird von der Erfah­rung, dort oben auf einem akti­ven (jedoch schla­fen­dem) Vul­kan zu ste­hen, mehr als wett gemacht. Auf­grund der dün­nen Luft und der Schwe­fel­dämp­fe darf man sich nur eine Stun­de (bei Bestei­gung des Gip­fels zwei Stun­den) dort oben auf­hal­ten.

Unse­re Füh­re­rin hat uns eini­ges erzählt. So durf­ten wir eine Hand in eine Öff­nung hal­ten und selbst erfah­ren, wie warm und feucht es schon kurz unter der Erde ist. Es gibt nur wenig Vege­ta­ti­on und kaum Tie­re (größ­ten­teils Insek­ten). Aber sowohl die Aus­sicht als auch die Land­schaft sind mehr als beein­dru­ckend.

Dar­um las­se ich jetzt Bil­der (okay, und Bild­un­ter­schrif­ten) spre­chen:

Blick von der Berg­sta­ti­on auf die Seil­bahn und die Berg­ket­te, wel­che die Ebe­ne “Las Caña­das”, den Kra­ter eines Vor­gän­ger­vul­kans, ein­fasst.
Blick in den Nor­den Tene­rif­fas
Auf dem Tei­de liegt noch Schnee. Viel ist es aller­dings nicht.
Unser Weg liegt klar vor uns. Von den 18 Teil­neh­mern sind 8 am End­punkt ange­kom­men. Die ande­ren kämpf­ten zu sehr mit der dün­nen Luft und den Schwe­fel­dämp­fen.
Die Wol­ken unter uns flie­ßen durch eine Schnei­se in die Ebe­ne “Las Caña­das”.
Das Lava­ge­stein hat bizar­re For­men.
Für’s Grö­ßen­ver­hält­nis: Suche die Autos.
Da sind die Autos!

Blick auf den “Pico Vie­jo”. Er teilt sich mit dem Tei­de eine Mag­ma­kam­mer. Sei­ne Aus­bruchs­wahr­schein­lich­keit ist höher, als die des Tei­de. Im Hin­ter­grund unter den Wol­ken kann man ein wenig von La Gome­ra sehen.
In der Ebe­ne Las Caña­das, nach unse­rer Fahrt nach unten.
Am Mira­dor del Pico Vie­jo

Über den Wolken…

Wenn man die­sen Titel mit Rein­hard Mey ver­bin­det, denkt man auch an Start­bahn Null-Drei. Aber man muss nicht immer im Flug­zeug sit­zen, um über den Wol­ken zu sein.

Die Insel Tene­rif­fa besteht aus einer Men­ge Berg (genau­er: aus 110 Vul­ka­nen). Wir haben auf unse­rem Rück­weg von Puer­to de la Cruz ent­schlos­sen, den Weg über die­se Ber­ge zu neh­men, statt den deut­lich schnel­le­ren (wenn auch län­ge­ren) Weg über die Auto­bah­nen zu fah­ren.

Das war ein fas­zi­nie­ren­des Erleb­nis, denn erst­mal hat man im Son­nen­un­ter­gang eine tol­le Aus­sicht:

Blick von der TF-21 auf Puer­to de la Cruz (zu erah­nen) im Son­nen­un­ter­gang.

Bei etwa 1000 Metern Höhe taucht man dann in den Nebel des Grau­ens die Wol­ken­schicht ein. Dort sieht man dann erst­mal fast gar nichts mehr, was die Fahrt sehr gespens­tisch macht:

Die “Aus­sicht” vom Mira­dor de Mataz­nos
Rund­her­um: Wol­ke. Mit­ten­drin: Auto.

Sobald man dann über den Wol­ken ist, gibt es jedoch dann eine tol­le Ansicht:

Das “mar de nubes”, schlicht “Meer der Wol­ken”
Mit dem Son­nen­un­ter­gang gab es tol­le Far­ben.

Sobald die Son­ne unter­ge­gan­gen war, hat­te man trotz­dem noch recht viel Licht. Man kam sich vor, wie im Spot­light, so hell leuch­te­te der Mond.

Blen­de 16, 1/4000stel Sekun­de, ISO 6400, 400mm Zoom

Als wir auf der ande­ren Sei­te wie­der den Berg Rich­tung Güí­mar hin­un­ter fuh­ren, hat­ten wir auch (nach­dem wir durch die Wol­ke durch waren) eine schö­ne Aus­sicht:

Leicht unscharf, weil es bei dem Wind schlicht unmög­lich war, die Kame­ra ruhig zu hal­ten.

Am Sams­tag haben wir dann einen Teil der Stre­cke noch­mals gese­hen, als wir zum Tei­de hoch gefah­ren sind. Auch bei Tag ist das Wol­ken­meer beein­dru­ckend:

Schat­zi mit Tei­de und Wol­ken­meer.
Klei­ne Kup­pe über den Wol­ken