Ab auf die Insel!

Von Vech­ta (kühl, reg­ne­risch) aus ging es auf die Fäh­re nach Amrum. Je mehr wir uns dem Meer näher­ten, des­to schö­ner wur­de es. Wäh­rend der Über­fahrt hat­ten wir traum­haf­ten Son­nen­schein, den wir dann auch auf dem Außen­deck (ja, auch wegen Coro­na) geno­ßen. Die Aus­sicht auf das in der Son­ne glit­zern­de Meer und die Insel Föhr, an der wir einen Zwi­schen­stopp ein­leg­ten, war wun­der­bar.
Lei­der bin ich nicht ohne Son­nen­brand davon­ge­kom­men, weil ich frühs wie­der mal nicht an den Son­nen­schutz gedacht hatte … 🙁 

Auf Amrum ange­kom­men ging es per Bus zur Feri­en­woh­nung. Letz­te­re liegt prak­ti­scher­wei­se direkt neben einer Hal­te­stel­le. Das char­man­te Hus-üb-Taft bie­tet meh­re­re Feri­en­woh­nun­gen. Unse­re ist im Erd­ge­schoß und besticht durch ein sehr hol­zi­ges Inte­ri­eur. Der Aus­blick aus den Fens­tern ist auch sehr loh­nens­wert, blü­hen doch zahl­rei­che Blu­men im Garten. 🙂 

Viel gese­hen von der Insel haben wir noch nicht, da wir nach Auto­fahrt, Über­fahrt mit der Fäh­re, Bus­fahrt und Aus­pa­cken ein­fach ziem­lich platt waren und uns haupt­säch­lich aus­ge­ruht haben. 

Die Insel Vilm

Am Frei­tag, unse­rem letz­ten ‘rich­ti­gen’ Urlaubs­tag, ging es per Schiff (“Jul­chen”) rüber zur Insel Vilm. Der Vilm, wie die Ein­hei­mi­schen sagen (vom alt­sla­wi­schen “Der Ulmen­hain”) ist Natur­schutz­ge­biet und für die Öffent­lich­keit gesperrt. Man kann eine Füh­rung buchen, was wir getan haben, und als Grup­pe über die Insel wan­dern.
Das Wet­ter war eher beschei­den und wech­sel­te zwi­schen tro­cken und feucht; letz­te­res bot die bei­den Optio­nen ‘Nie­sel­re­gen’ und ‘patsch­nass’. Gelohnt hat sich der Gang über die Insel auf jeden Fall!

Der Vilm, vom Boot aus gesehen 

Auf der Insel gibt es eine Sied­lung, die heu­te haupt­säch­lich von For­schern — Mee­res­bio­lo­gen und ähn­li­chem — genutzt wird. Sie ist zu Beginn der 1960er Jah­re ent­stan­den, als der Vilm für die Öffent­lich­keit gesperrt und zur Feri­en­oa­se für hohe SED-Par­tei­funk­tio­nä­re wur­de. Vor­her war er für alle Urlau­ber nutz­bar, was der Natur aber sehr gescha­det hat. 

Ein Teil der reno­vier­ten Sied­lung auf der Vilm

Wäh­rend der Wan­de­rung über die Insel erfährt man sehr viel Wis­sens­wer­tes über Flo­ra und Fau­na, aber auch über die Geschich­te der Insel. Bei­spiels­wei­se gibt es allein auf der Insel Vilm 48 bestä­tig­te Schne­cken­ar­ten, aber auch Maul­wür­fe und Füch­se (die im Som­mer, recht wenig Fut­ter fin­den und dank der noch nicht ganz rei­fen Mira­bel­len jetzt Durch­fall haben …). Ein See­ad­ler-Päar­chen brü­tet seit Jah­ren erfolg­reich auf der Vilm. Der Wald wird domi­niert von Laub­bäu­men und die weni­gen Nadel­bäu­me, die es noch gibt, wer­den wahr­schein­lich die nächs­ten 20 Jah­re nicht über­le­ben. Ursprüng­lich gab es in den euro­päi­schen Wäl­dern wohl kei­ne Nadel­bäu­me; sie sie­del­ten sich erst durch die Ein­grif­fe des Men­schen an. 

Im Gän­se­marsch die Anhö­he hinauf 
Beein­dru­cken­de Wuchs­for­men der Bäume 
Vom Blitz getrof­fe­ne Buche
Blick auf den Strand, aber: Schwim­men ver­bo­ten! (Natur­schutz­ge­biet …)
Man wun­dert sich nicht, dass sich die hohen Her­ren der DDR hier wohlfühlten … 

Wir waren begeis­tert von der seit Jah­ren unbe­rühr­ten Natur der Insel und haben die Exkur­si­on sehr genossen. 🙂 

Essen auf Rügen

Gutes Essen ist wich­tig, denn wer ist schon ger­ne hung­rig und kuli­na­risch unbefriedigt? 

Diver­se Tipps im Netz führ­ten uns mehr­fach zum Wel­ten­bumm­ler in Binz. Das Lokal hat einen ange­neh­men Außen­be­reich und ist auch im Innern sehr schön gestal­tet. Reser­vie­ren emp­foh­len! Der Wel­ten­bumm­ler ist beliebt und gera­de zur typi­schen Abend­essens­zeit gut besucht. Das Per­so­nal ist freund­lich und zuvor­kom­mend und glu­ten­frei­es Essen ist kein Pro­blem. Aller­dings ist das Lokal nicht ganz günstig. 

Wir aßen außer­dem mehr­fach her­vor­ra­gend im Dia­vo­lo in Binz, einem exklu­si­ve­ren Ita­lie­ner. Piz­za und Pas­ta waren für uns natür­lich tabu (sahen bei den ande­ren Gäs­ten aber auch immer sehr lecker aus!) aber die Fleisch­ge­rich­te (z.B. Hirsch, Kalb oder Rin­der­steak) waren pro­blem­los glu­ten­frei mög­lich und unglaub­lich lecker. Auch hier ist das Per­so­nal sehr bemüht um das Wohl der Gäste. 

Die Strand­hal­le in Binz ist ein gut­bür­ger­li­ches, unheim­lich belieb­tes Restau­rant an der Pro­me­na­de Rich­tung Gra­nitz gele­gen. Es wird frisch und viel regio­nal gekocht. Das Inte­ri­eur ist zusam­men­ge­wür­felt aus alten Möbeln, das Gebäu­de selbst mit viel Lie­be reno­viert. Ohne Reser­vie­rung hat man lei­der kaum eine Chan­ce auf einen Platz. Auch hier ist das Per­so­nal zuvor­kom­mend und kann bezüg­lich glu­ten­frei­em Essen gut bera­ten. Eine kla­re Empfehlung! 

Seit Mai die­sen Jah­res gibt es ein indi­sches Restau­rant in Binz, das Maha­ra­dscha Palace. Die indi­sche Küche ist ja zu gro­ßen Tei­len von Haus aus glu­ten­frei, was die Aus­wahl natür­lich sehr erleich­tert. Die Spei­se­kar­te hat eine All­er­gen­aus­zeich­nung, man kann aber natür­lich auch beim Per­so­nal nachfragen. 

Die Gas­tro­no­mie im Natur­er­be­zen­trum Rügen, aka Baum­wip­fel­pfad, hat gf Pom­mes Fri­tes, die auch in einer eige­nen Frit­teu­se zube­rei­tet wer­den. Des­wei­te­ren fin­det man Pom­mes aus der sepa­ra­ten Frit­teu­se auch in Binz bei der Kom­bü­se 41, einer Bude an der Pro­me­na­de, und im Restau­rant Sea­si­de in Lauterbach. 

Gut geges­sen haben wir auch im Fisch- und Steak­house in Lau­ter­bach. David hat­te ein Fleisch‑, ich ein Fisch­ge­richt und bei­des war sehr lecker. Glu­ten­frei war auch hier kein Pro­blem. Das Per­so­nal war sehr nett und gut gelaunt. Auch hier soll­te man — zumin­dest momen­tan — reser­vie­ren. Tipp: Die haus­ge­mach­te rote Grüt­ze ist ein her­vor­ra­gen­des Dessert! 

Die See­brü­cke Sel­lin ist ein wun­der­schö­nes Lokal. Laut Kar­te sind weni­ge Gerich­te glu­ten­frei, aber man kann mit dem Per­so­nal reden und dann hat man doch Optio­nen. Wir hat­ten lei­der das Pech, dass das Kas­sen- und Buchungs­sys­tem durch­ein­an­der war, wes­halb wir eine lan­ge War­te­zeit auf das Abend­essen in Kauf neh­men muss­ten, aber schluss­end­lich war es sehr lecker. Es gibt auch tol­le Eis­be­cher als Nachtisch! 

Bei unse­rem Zwi­schen­stopp in Vech­ta heu­te Abend sind wir in die Elmen­dorffburg ein­ge­kehrt. Wir waren bei­de von dem Lokal total begeis­tert. Die Gerich­te sind eine Mischung aus gut­bür­ger­lich und exo­tisch und das Essen schmeckt her­vor­ra­gend! Die Kar­te hat eine All­er­gen­aus­zeich­nung, aber Ände­run­gen sind auch kein Pro­blem. Wir hat­ten bei­de das Thun­fischsteak — laut Kar­te glu­ten­hal­tig, wahr­schein­lich bemehlt — und es war gar kei­ne gro­ße Sache, eine glu­ten­freie Vari­an­te zu bekom­men. Auch die Nach­ti­sche sind ein Traum. Die Atmo­sphä­re im Restau­rant ist sehr ange­nehm und die Beleg­schaft sehr freund­lich. Eine kla­re Empfehlung! 

Bäderarchitektur in Binz

Mitt­woch Vor­mit­tag haben wir eine inter­es­san­te Füh­rung zur Bäder­ar­chi­tek­tur in Binz mit­ge­macht. Sie ging etwas mehr als zwei Stun­den und wir haben viel über die alten, wei­ßen Hotels erfah­ren, die den Ort zum typi­schen Ost­see­bad machen. 

Die ers­ten Hotels, die Bade­gäs­te auf­neh­men soll­ten, wur­den schon in den 1880ern gebaut. Muti­ge Inves­to­ren bau­ten an der jet­zi­gen Pro­me­na­de, vor­sich­ti­ge Bau­herrn (“Hil­fe, Was­ser!”) bevor­zug­ten die Put­bu­ser Stra­ße, die sich bis zur Pro­me­na­de hoch­zieht. Hier ste­hen auch die ältes­ten, noch erhal­te­nen Vil­len aus der Grün­der­zeit. Typisch für die­se Gebäu­de sind die wei­ßen, auf­wen­di­gen Vor­bau­ten, die oft mit Schmuck­ele­men­ten aus­ge­stat­tet sind. Nor­ma­ler­wei­se sind sie aus Holz. Es gibt eini­ge weni­ge Gebäu­de, die graue Metall­ge­län­der auf­wei­ßen. Vil­len aus Back­stein, von denen man auch ein paar fin­det, waren usprüng­lich nicht zur Nut­zung als Hotel gedacht gewe­sen und gehö­ren somit nicht zur typi­schen Bäderarchitektur. 

Erker und Holz­vor­bau­ten sind typisch für die Bäderarchitektur. 
Oft sind die Gebäu­de nach medi­ter­ra­nem Vor­bild gestaltet. 
Die­ses Back­stein­ge­bäu­de wur­de als Pri­vat­haus für einen Land­rat gebaut. Es gehört nicht zur typi­schen Bäder­ar­chi­tek­tur, auch wenn es heu­te ein Hotel ist. 
Auch hier kann man gut die Schmuck­ele­men­te über den Fens­tern erkennen. 

Lei­der sind nicht mehr alle Häu­ser aus der Kai­ser­zeit erhal­ten. Viel­fach liegt es dar­an, dass sie in der ehe­ma­li­gen DDR als Miets­häu­ser dien­ten und wenig dafür getan wur­de, die Bau­sub­stanz zu pfle­gen. Man­che Gebäu­de waren nach der Wen­de ein­fach nicht mehr zu ret­ten oder die Reno­vie­rung zu aufwendig. 

Binz zum zweiten

Binz hat den Vor­teil, als See­bad wirk­lich direkt an der Ost­see zu lie­gen. Dem­entspre­chend groß ist der Bade­strand mit Strand­kör­ben und Strand­bars, an dem sich vie­le Bade­gäs­te tum­meln. Macht man sich die Mühe, die Pro­me­na­de bis zum Ende zu lau­fen, gelangt man zum Natur­schutz­ge­biet Gra­nitz. Hier gibt es nicht nur einen wun­der­vol­len alten Buchen­wald, son­dern auch ein ‘wil­des’ Stück Strand, an dem sich weni­ge bis kei­ne Bade­gäs­te auf­hal­ten. Theo­re­tisch kann man über den Kies bis nach Sel­lin lau­fen, aber das war uns dann doch zu anstren­gend. Statt­des­sen haben wir ein paar Feu­er­stei­ne gesam­melt, ein Türm­chen gebaut und den Enten, Schwä­nen und Kor­mo­ra­nen zugesehen. 

Buchen­wald an der Granitz 
Es war son­nig, aber windig … 
Unser Türm­chen
Kor­mo­ran beim Son­nen und Schwan 
Das Kur­haus

PS: Davids Turm (sie­he oben) ist jetzt auch unter Goog­le Maps als Sehens­wür­dig­keit zu finden. 😉 

Noch mehr Seebäder

Natür­lich ist Binz nicht das ein­zi­ge See­bad auf der Insel Rügen. Wir fah­ren nach Lau­ter­bach — ein unspek­ta­ku­lä­res Dörf­chen, das sich schon vor sehr vie­len Jah­ren See­bad nen­nen durf­te. Hier gibt es einen klei­nen Hafen und man kann am Meer ent­lang lau­fen. Wenn man Glück hat, fin­det man am Weges­rand fri­sche Kir­schen, die man kau­fen und beim Spa­zie­ren­ge­hen essen kann. 

In und um Lauterbach
Lust­wan­deln bei strah­len­dem Sonnenschein 

Außer­dem gibt es in Lau­ter­bach das soge­nann­te “Haus über Kopf” — der Name ist Pro­gramm: hier hän­gen die Möbel an der Decke. Nichts befin­det sich in der Waa­ge, sodass man beim Gehen auf­pas­sen muss. 

Das “Haus über Kopf” — nur echt mit Gesichtsschutz … 
Man kann hier lus­ti­ge Spie­le­rei­en machen … 

Irgend­wie ist alles ver­traut und doch falsch — eine wah­re Freu­de für die Sinne … 

Auf unse­rem Rück­weg Rich­tung Park­platz fiel David ein grü­nes Wan­der­schild auf, das neben der Bahn­stre­cke nach links wies. Wir folg­ten dem Tram­pel­pfad und lan­de­ten bei einem soge­nann­ten Großstein­grab, das wohl aus der Jung­stein­zeit stammt. Ein net­tes, schat­ti­ges Fleck­chen Erde, an dem in regel­mä­ßi­gen Abstän­den der “Rasen­de Roland” vor­bei fährt. 

Der Rasen­de Roland 
Am Großstein­grab

Danach ging es wei­ter nach Sel­lin, einem ande­ren bekann­ten See­bad, deut­lich klei­ner als Binz. Am bekann­tes­ten — und auf vie­len Post­kar­ten zu fin­den — dürf­te wohl der Blick auf die soge­nann­te See­brü­cke sein. 

Sel­li­ner Seebrücke 

Noch zu kai­ser­li­chen Zei­ten erbaut und dann spä­ter umge­stal­tet, wur­de das maro­de Gebäu­de in den 1970er Jah­ren erst für die Öffent­lich­keit gesperrt und spä­ter abge­ris­sen. Erst nach der Wen­de wur­de die See­brü­cke nach his­to­ri­schen Vor­bild wie­der auf­ge­baut und 1998 eröff­net. Heu­te beher­bergt sie ein Restau­rant mit einem gro­ßen Saal, der sich auch wun­der­bar für Fei­er­lich­kei­ten eig­net. Die Räum­lich­kei­ten sind sehr schön und außergewöhnlich. 

Im Kai­ser­pa­vil­li­on auf der Seebrücke 

Es gibt am Ende der See­brü­cke außer­dem noch eine Tauch­glo­cke. Mit ihr kann man 4,5 m tief in die Ost­see abtau­chen. Wir ler­nen, dass die Ost­see ein Brack­was­ser­meer (eine Mischung aus Süß- und Salz­was­ser) und eigent­lich grün ist. Qual­len und Fische schwe­ben vor­bei. Vor allem das Ab- und Auf­tau­chen ist faszinierend. 

Tauch­glo­cke von außen 
Kor­mo­ra­ne
Sel­li­ner See­brü­cke bei Nacht 

Insel-Hopping

Heu­te haben wir Rügen vor­über­ge­hend ver­las­sen um auf die benach­bar­te Insel Hid­den­see über­zu­set­zen. Mit dem Was­ser­ta­xi ging es von Scha­pro­de nach Vit­te auf Hid­den­see. Eigent­lich woll­ten wir die Fäh­re neh­men, doch wir hät­ten auf das nächs­te Schiff über ein­ein­halb Stun­den war­ten müs­sen, wes­halb wir uns dann doch in das deut­lich klei­ne­re Was­ser­ta­xi begaben. 

In Scha­pro­de war es kühl und nie­sel­te, wes­halb wir erst zöger­ten, über­haupt nach Hid­den­see rüber­zu­fah­ren. Schluss­end­lich war es ein guter Ent­schluss, denn nach kurz­zei­ti­gem Regen kam auf Hid­den­see die Son­ne durch und es wur­de rich­tig schön. Vom Hafen in Vit­te aus fuh­ren wir mit der Pfer­de­kut­sche (die Insel ist fast auto­frei) wei­ter gen Nor­den nach Klos­ter, von wo aus man zum Leucht­turm Dorn­busch lau­fen kann. Er steht an der Nord­spit­ze der Insel und erstrahlt in weiß und rot. 

Leucht­turm auf Hiddensee
Die Son­ne kommt raus! 
Blick auf die Lam­pe mit Fresnel-Linse 

Vom Nor­den der Insel aus lie­fen wir am Strand ent­lang zurück nach Vit­te. Mitt­ler­wei­le strahl­te die Son­ne vom leuch­tend blau­en Him­mel, was den Rück­weg umso schö­ner machte. 

Im Nor­den der Insel ist alles vol­ler Königskerzen. 
Hach! 🙂

Da die Insel bis auf weni­ge not­wen­di­ge Fahr­zeu­ge auto­frei ist, gibt es hier vie­le Fahr­rä­der und Hand­kar­ren, aber auch zahl­rei­che Pfer­de. Sie wer­den für die Kut­schen benö­tigt, kön­nen aber auch für Aus­rit­te gebucht werden. 

Auch wenn Hid­den­see eine klei­ne, schma­le Insel ist, hät­te man noch viel mehr machen kön­nen als das, was wir in ein paar Stun­den geschafft haben. Wir hat­ten aber kei­ne Lust, uns über die Insel zu stres­sen, wes­halb wir lie­ber weni­ger gese­hen, dafür aber alles umso inten­si­ver genos­sen haben. 😉 

Nationalpark Jasmund

Der Mitt­woch war kühl und ver­reg­net, doch Don­ners­tag mor­gen kam die Son­ne durch — das rich­ti­ge Wet­ter also für den Natio­nal­park Jas­mund und den berühm­ten Königsstuhl. 

Wir stell­ten unser Auto in Hagen auf dem Groß­park­platz ab (wei­ter darf man nicht fah­ren) und lie­fen Rich­tung Besu­cher­zen­trum am Königs­stuhl. Der kur­ze Weg (ca. 3 km) dort­hin ist ein­fach zu gehen (auch in Flip­Flops 😉 ) und schön. Zuerst sind wir in die Aus­stel­lung im Besu­cher­zen­trum gegan­gen: Infos zur Ent­ste­hung der Ost­see, zum Lebens­raum Meer und Wald und vie­les mehr erwar­tet einen hier. Man kann zwi­schen ver­schie­de­nen Audio­gui­de-Ver­sio­nen wäh­len, die einem zwar die­sel­ben Fak­ten ver­mit­teln, sie aber auf unter­schied­li­che Art dar­bie­ten (lus­tig vs. span­nend bei­spiels­wei­se). Danach haben wir die Aus­sicht auf die Krei­de­fel­sen genos­sen und sind über den Hoch­ufer­weg (ca. 8 km) zurück lau­fen. Im Gegen­satz zum Hin­weg emp­feh­len sich für den Hoch­ufer­weg ordent­li­che Schu­he (mind. Snea­kers, bes­ser: Bar­fuß­schu­he oder Wan­der­stie­fel) und auch ein gewis­ses Maß an Kon­di­ti­on. Die Stre­cke ist land­schaft­lich sehr schön und bie­tet dem Hob­by­fo­to­gra­fen loh­nens­wer­te Motive. 

Auf dem Hinweg 
Am Her­tha­see
David vor der soge­nann­ten “Vik­to­ria-Sicht” (vom spä­te­ren Kai­ser Wil­helm I. zu Ehren sei­ner Schwie­ger­toch­ter Vic­to­ria von Eng­land so benannt) 
Der Königs­stuhl

An den Krei­de­fel­sen selbst soll­te man — trotz aller Schön­heit — vor­sich­tig sein: Sie brö­ckeln leicht ab; der Unter­grund ist also nicht sta­bil! Am bes­ten hält man sich immer ein Stück von den Klip­pen ent­fernt, dann soll­te nichts passieren. 🙂 

Kap Arkona

Das berühm­te Kap — ein soge­nann­tes Flä­chen­denk­mal — haben wir schon vor drei Tagen besucht. Wir waren oben auf dem neu­en Leucht­turm, um die Aus­sicht zu genie­ßen. In den alten Leucht­turm, der unter ande­rem ein Stan­des­amt beher­bergt, kann man momen­tan nicht rein — wir ver­mu­ten den Grund in der Coro­na-Pan­de­mie. Ich moch­te vor allem das schö­ne alte, rote Gelän­der, das sich um die Aus­sichts­plat­form des neu­en Leucht­turms zieht. 

Kap Arko­na — alter (links) und neu­er (rechts) Leuchtturm 
Immer­hin passt die Mas­ke zum Geländer … 
Aus­sicht auf den Peilturm 

Es gibt am Kap Arko­na noch unter­ir­di­sche Bun­ker­sys­te­me, die man besich­ti­gen kann, aber das haben wir uns dies­mal gespart. Direkt ran an die Klip­pen kommt man lei­der auch kaum, ein­fach weil die Krei­de­fel­sen porös sind und Lebens­ge­fahr besteht. Den ehe­ma­li­gen Peil­turm, der mitt­ler­wei­le eine Mischung aus Laden und Kaf­fee­bar ist, haben wir aber erklom­men. Von oben hat man eine net­te Aus­sicht auf eine früh­mit­tel­al­ter­li­che Tem­pel­burg, von der nur noch Fun­da­men­te übrig sind. Momen­tan fin­den hier archäo­lo­gi­sche Aus­gra­bun­gen statt. 

Archäo­lo­gen bei der Arbeit 

Es lohnt sich außer­dem ein Abste­cher ins frü­he­re Fischer­dorf Vitt, des­sen alter­tüm­li­cher Charme sich bis heu­te erhal­ten hat. Befes­tig­te Stra­ßen gibt es bei­spiels­wei­se nicht. Die Aus­sicht aufs Meer ist dafür wunderbar. 

Am Hafen von Vitt
Join the Möwment! 

Mit dem Auto kann man das Flä­chen­denk­mal Kap Arko­na nicht anfah­ren, aber es gibt Kut­schen oder eine Bim­mel­bahn, die zwi­schen dem Sam­mel­park­platz und dem Kap ver­keh­ren. Wer gut zu Fuß ist, kann auch ein­fach laufen. 

Binz

Unser ers­ter Gang sonn­tags — nach 8 Stun­den Auto­fahrt am Sams­tag hat­ten wir Lust auf Gam­meln — führ­te uns ins Inne­re von Binz, wo sich auch unse­re Feri­en­woh­nung befin­det. Binz ist ein typi­sches Ost­see­bad, direkt am Strand gele­gen, inklu­si­ve schö­ner alter Bäderarchitektur. 

Wir bum­mel­ten erst­mal gemüt­lich durch die Haupt­stra­ße und an der Strand­pro­me­na­de ent­lang. Kaf­fee und Cock­tail trin­ken muss­te natür­lich auch sein. Ges­tern Abend hat­ten wir das Glück, einem Stra­ßen­mu­si­ker auf der Strand­pro­me­na­de zuhö­ren zu kön­nen. Auch Leu­te gucken macht hier sehr viel Spaß, beson­ders, wenn man sich in einem Café oder einer Bar gemüt­lich nie­der­ge­las­sen hat. 😉 

Am Strand von Binz 
Vor­der­grund: der Gat­te, Hin­ter­grund: typi­sche Bäder­ar­chi­tek­tur von Binz 
Das Bin­zer “Ufo”: eigent­lich als Ret­tungs­turm anfangs der 1980er gebaut, heu­te Standesamt
Abend­stim­mung am Schmach­ter See in Binz