Insel-Hopping

Heu­te haben wir Rügen vor­über­ge­hend ver­las­sen um auf die benach­bar­te Insel Hid­den­see über­zu­set­zen. Mit dem Was­ser­ta­xi ging es von Scha­pro­de nach Vit­te auf Hid­den­see. Eigent­lich woll­ten wir die Fäh­re neh­men, doch wir hät­ten auf das nächs­te Schiff über ein­ein­halb Stun­den war­ten müs­sen, wes­halb wir uns dann doch in das deut­lich klei­ne­re Was­ser­ta­xi begaben. 

In Scha­pro­de war es kühl und nie­sel­te, wes­halb wir erst zöger­ten, über­haupt nach Hid­den­see rüber­zu­fah­ren. Schluss­end­lich war es ein guter Ent­schluss, denn nach kurz­zei­ti­gem Regen kam auf Hid­den­see die Son­ne durch und es wur­de rich­tig schön. Vom Hafen in Vit­te aus fuh­ren wir mit der Pfer­de­kut­sche (die Insel ist fast auto­frei) wei­ter gen Nor­den nach Klos­ter, von wo aus man zum Leucht­turm Dorn­busch lau­fen kann. Er steht an der Nord­spit­ze der Insel und erstrahlt in weiß und rot. 

Leucht­turm auf Hiddensee
Die Son­ne kommt raus! 
Blick auf die Lam­pe mit Fresnel-Linse 

Vom Nor­den der Insel aus lie­fen wir am Strand ent­lang zurück nach Vit­te. Mitt­ler­wei­le strahl­te die Son­ne vom leuch­tend blau­en Him­mel, was den Rück­weg umso schö­ner machte. 

Im Nor­den der Insel ist alles vol­ler Königskerzen. 
Hach! 🙂

Da die Insel bis auf weni­ge not­wen­di­ge Fahr­zeu­ge auto­frei ist, gibt es hier vie­le Fahr­rä­der und Hand­kar­ren, aber auch zahl­rei­che Pfer­de. Sie wer­den für die Kut­schen benö­tigt, kön­nen aber auch für Aus­rit­te gebucht werden. 

Auch wenn Hid­den­see eine klei­ne, schma­le Insel ist, hät­te man noch viel mehr machen kön­nen als das, was wir in ein paar Stun­den geschafft haben. Wir hat­ten aber kei­ne Lust, uns über die Insel zu stres­sen, wes­halb wir lie­ber weni­ger gese­hen, dafür aber alles umso inten­si­ver genos­sen haben. 😉 

Ein Segeltörn auf der Ostsee

Wenn man in Binz am Was­ser ist, wird oft der Blick wie auto­ma­tisch von einem gro­ßen Segel­schiff ange­zo­gen. Majes­tä­tisch liegt es an der See­brü­cke und zieht Besu­cher an.

Es han­delt sich um eine Bar­ken­ti­ne, in die­sem Fall ein drei­mas­ti­ger Groß­seg­ler, mit dem Namen Loth Loriën. Sie gehört der Ree­de­rei “Van der Rest Sail Char­ter” und hat als Hei­mat­ha­fen Amsterdam.

Die Loth Loriën an der See­brü­cke in Binz

Man kann an Bord über­nach­ten oder gleich den gan­zen Seg­ler für Aus­flü­ge buchen. Oder man macht es wie wir und dreht mit ande­ren Gäs­ten zusam­men einen zwei­stün­di­gen Törn an Bord über die Ostsee.

An Bord gibt es eine Bar, die auch Cock­tails hat und eine wun­der­ba­re Aus­sicht auf die Küs­te. Wie weit man fährt, hängt natür­lich vom Wind ab. Es ist eine ent­span­nen­de und trotz­dem auf­re­gen­de Fahrt. Die Crew lässt einen auch durch­aus mal mitsegeln…

“Hier­dran zie­hen bis es nicht mehr geht” ist durch­aus eine Anwei­sung, die ich als Land­rat­te noch befol­gen kann.

Das Schiff ist von 1907 und in den über 100 Jah­ren gut gepflegt und immer wie­der umge­baut wor­den. Beim Segel­set­zen zuzu­schau­en ist schon imposant.

Blick den vor­de­ren Mast hinauf

Weil man ja an Bord sowie­so Zeit hat, und Aus­sicht genies­sen möch­te, kann man genau die­sen Mast auch hoch­klet­tern. Mit einem Klet­ter­gurt von Petzl und dem Matro­sen Jan am ande­ren Ende, der einen an der Ver­täu­ung sichert, geht es dann in die Takelage:

Es kann nur Auf­wärts gehen!

Auf der zwei­ten Platt­form hat man dann einen wun­der­ba­ren Aus­blick auf Schiff und Küste:

Der Blick über Achtern
Der Bug des Schif­fes und die Segel von oben.

Für Leu­te mit dem Wunsch nach mehr Ner­ven­kit­zel kann man mit dem Speed­boot Run­den ums Schiff dre­hen, was viel und ger­ne genutzt wurde:

Spaß für die gan­ze Familie!

Das Schiff segelt unter Nie­der­län­di­scher Flag­ge und hat natür­lich auch die Flag­ge des Hei­mat­ha­fens gehisst. Fra­ge eines unbe­darf­ten Tou­ris­ten: “War­um haben Sie die Flag­ge vom Cof­fee­shop in Amsterdam?”

So segelt die Loth Loriën gemüt­lich unter dem Schutz Ihres Dra­chen über die Ostsee.

Der Gol­de­ne Dra­che in der Takelage…
…und über dem Namsns­schild an Bord.

Kap Arkona

Das berühm­te Kap — ein soge­nann­tes Flä­chen­denk­mal — haben wir schon vor drei Tagen besucht. Wir waren oben auf dem neu­en Leucht­turm, um die Aus­sicht zu genie­ßen. In den alten Leucht­turm, der unter ande­rem ein Stan­des­amt beher­bergt, kann man momen­tan nicht rein — wir ver­mu­ten den Grund in der Coro­na-Pan­de­mie. Ich moch­te vor allem das schö­ne alte, rote Gelän­der, das sich um die Aus­sichts­plat­form des neu­en Leucht­turms zieht. 

Kap Arko­na — alter (links) und neu­er (rechts) Leuchtturm 
Immer­hin passt die Mas­ke zum Geländer … 
Aus­sicht auf den Peilturm 

Es gibt am Kap Arko­na noch unter­ir­di­sche Bun­ker­sys­te­me, die man besich­ti­gen kann, aber das haben wir uns dies­mal gespart. Direkt ran an die Klip­pen kommt man lei­der auch kaum, ein­fach weil die Krei­de­fel­sen porös sind und Lebens­ge­fahr besteht. Den ehe­ma­li­gen Peil­turm, der mitt­ler­wei­le eine Mischung aus Laden und Kaf­fee­bar ist, haben wir aber erklom­men. Von oben hat man eine net­te Aus­sicht auf eine früh­mit­tel­al­ter­li­che Tem­pel­burg, von der nur noch Fun­da­men­te übrig sind. Momen­tan fin­den hier archäo­lo­gi­sche Aus­gra­bun­gen statt. 

Archäo­lo­gen bei der Arbeit 

Es lohnt sich außer­dem ein Abste­cher ins frü­he­re Fischer­dorf Vitt, des­sen alter­tüm­li­cher Charme sich bis heu­te erhal­ten hat. Befes­tig­te Stra­ßen gibt es bei­spiels­wei­se nicht. Die Aus­sicht aufs Meer ist dafür wunderbar. 

Am Hafen von Vitt
Join the Möwment! 

Mit dem Auto kann man das Flä­chen­denk­mal Kap Arko­na nicht anfah­ren, aber es gibt Kut­schen oder eine Bim­mel­bahn, die zwi­schen dem Sam­mel­park­platz und dem Kap ver­keh­ren. Wer gut zu Fuß ist, kann auch ein­fach laufen. 

Wenn man schon am Meer ist…

…dann geht man an den Strand und baut eine Sandburg!

Aber weil das ja alle machen und weil das, was alle machen lang­wei­lig ist, gibt es in Binz aktu­ell die höchs­te Sand­burg der Welt zu sehen. Sie wur­de am 5. Juni 2019 vom Juror der “Guin­ness World Records” bestä­tigt: 17,66m ist Weltrekord!

Und weil ein­fach nur Sand auf­schüt­ten ja auch lang­wei­lig ist, gibt es an der Burg viel zu sehen:

Front­an­sicht
Man hat­te sehr viel Lie­be zum Detail.
In den 11.000 Ton­nen Sand gibt es viel zu entdecken.
Wer genau hin­sieht, kann einen Dra­chen auf dem Schild des Rit­ters entdecken.
Auch einen Hen­ker gibt es!

Die­se Burg wur­de letz­tes Jahr zum 10-Jäh­ri­gen Jubi­lä­um des Bin­zer Sand­skulp­tu­ren-Fes­ti­vals gebaut. Das fin­det jedes Jahr statt, und die­ses Jahr ist das The­ma “Die Bibel”. Hier wur­den sehr detail­lier­te und fan­tas­ti­sche Ansich­ten in den Sand gezaubert:

Die Schöp­fungs­ge­schich­te
Turm­bau zu Babel
Das Opfer Abrahams
Die Arche Noah
Der Pha­rao, des­sen Träu­me von Josef gedeu­tet werden.
Der gestoh­le­ne Becher
Die Damen, die Moses in sei­nem Wei­den­korb fanden.
Die neun Pla­gen im Reich des Pharao
Moses teilt das Rote Meer
Das Gol­de­ne Kalb
Der gefal­le­ne Engel. Hier beson­des schön dar­ge­stellt mit dem Engels­flü­gel oben und dem Teu­fels­flü­gel unten.
Die schö­ne Deli­lah schnei­det Sam­sons Haar
Das Jesus­kind ist im Stall geboren
Die hei­li­gen drei Könige
Das letz­te Abendmahl

Die­se Bil­der sind natür­lich nur eine Aus­wahl — es gab ins­ge­samt 39 Sta­tio­nen bzw. Skulp­tu­ren in beein­dru­cken­der Detail­treue zu sehen. Tan­ja muss­te mir öfters Fra­gen wie “Was macht denn der Typ da?” beant­wor­ten, da ich mal wie­der kei­nen Plan von der Bibel hatte…

Allein aus künst­le­ri­scher Sicht sind die Skulp­tu­ren beein­dru­ckend und selbst ich konn­te sehen, dass die Vor­la­ge für das Abend­mahl das berühm­te gleich­na­mi­ge Bild war, das sehr gut umge­setzt wurde.

Sassnitzer Architektur

Der schon erwähn­te Stadt­ha­fen von Sass­nitz liegt 22m tie­fer als die soge­nann­te Ober­stadt. Um die bei­den bar­rie­re­frei mit­ein­an­der zu ver­bin­den wäre natür­lich ein Fahr­stuhl wie auf Hel­go­land mög­lich gewe­sen. Man hat sich jedoch für eine archi­tek­to­nisch sehr viel schö­ne­re Vari­an­te ent­schie­den: eine geschwun­ge­ne Fußgängerbrücke.

Die­se wird hier “Stadt­bal­kon mit Meer­blick” genannt und wur­de 2007 fer­tig­ge­stellt. Im Jah­re 2010 hat sie den Deut­schen Brü­cken­bau­preis in der Kate­go­rie “Fuß­gän­ger- und Rad­fah­rer­brü­cken” gewon­nen. Die Anfor­de­run­gen waren eine Her­aus­for­de­rung für das Inge­neurbü­ro: Es soll­te ein Wahr­zei­chen ent­ste­hen, die Krei­de­fel­sen durf­ten mög­lichst wenig belas­tet wer­den, es soll­te Bar­rie­re­frei sein und das an der Stel­le im Stadt­ha­fen ste­hen­de his­to­ri­sche Gebäu­de durf­te nicht beein­träch­tigt wer­den. Außer­dem soll­te ein schö­ner Blick auf Hafen und Meer mög­lich sein.

Die Fir­ma “Schlaich, Berg­mann & Part­ner” hat das sehr ele­gant und mit einer fan­tas­tisch anmu­ten­den Anmut umge­setzt: ein Teil als Stän­der­brü­cke, aber über dem his­to­ri­schen Hafen­bahn­hof mit einer ein­sei­tig auf­ge­häng­ten Hän­ge­brü­cke mit Ring­kreis­trä­ger. Klingt toll, sieht noch bes­ser aus:

Rechts der ein­zel­ne, tra­gen­de Stahl­mast, links die Brü­cke. Sie schwingt sich über den alten Hafen­bahn­hof und ist nur auf ihrer rech­ten Sei­te auf­ge­hängt. Im Hin­ter­grund der zwei­te Teil, als Stän­der­brü­cke ausgeführt.
Als Ergeb­nis gibt es einen völ­lig unge­hin­der­ten Blick auf das Meer.
Die Brü­cke wirkt fili­gran, fast trans­pa­rent. Das ist auch dem Stahl­seil-Netz geschul­det, das unter dem Gelän­der gespannt ist. Steht man auf ihr merkt man die leich­ten dyna­mi­schen Bewe­gun­gen, die jedem frei­ste­hen­den Bau­werk innewohnen.

Unter den Wellen

Der Stadt­ha­fen von Sass­nitz im Nord­os­ten von Rügen bie­tet eine schö­ne Aus­sicht, einen Sport­ha­fen, Schiff­arts- und Hafen­mu­se­um, einen net­ten Laden mit Hand­werks­kunst, Ver­kaufs­schif­fe für aller­lei Fisch­ge­rich­te, vie­le Läden in den alten Hafen­ge­bäu­den und ein aus­ge­mus­ter­tes U‑Boot der bri­ti­schen Mari­ne, die H.M.S Otus.

Die­ses U‑Boot steht der Öffent­lich­keit als Muse­ums- und Anschau­ungs­ob­jekt zur Ver­fü­gung. Tan­ja hat­te noch nie ein U‑Boot in natu­ra von innen gese­hen, ich zuletzt vor vie­len Jah­ren in Den Hel­der. So beschlos­sen wir, uns das Unter­was­ser-Gefährt mal anzuschauen.

Das Inne­re ist beengt, jede Ecke ist mit Tech­nik voll­ge­stopft und es ist sehr schwer, Coro­na-Abstän­de zu wah­ren. Ich war froh um mei­ne neue Weit­win­kel-Lin­se für die Kame­ra, denn sonst hät­te ich kaum die Ein­drü­cke ver­nünf­tig fest­hal­ten kön­nen. So sind die fol­gen­den Bil­der mit 10mm Klein­bild-Equi­va­lent entstanden:

Der Tor­pe­do-Raum — hier kommt man ins U‑Boot hin­ein und sieht, wo damals 21 Tor­pe­dos gela­gert wur­den und die Roh­re, durch die sie abge­schos­sen wor­den sind.
Die Echo­lot­an­la­ge — sie gibt die cha­rak­te­ris­ti­schen Pings ins Meer ab, die man etwa von Pink Floyds “Echoes” kennt.
Von hier aus wer­den die Tor­pe­dos gelei­tet. Viel Technik…
Wer sich hier aus­kennt, muss wohl lan­ge dafür trai­niert haben…
Die gro­ßen Die­sel­mo­to­ren, die den Antrieb im auf­ge­tauch­ten Zustand dar­stel­len. Zwei klei­ne­re Gene­ra­to­ren laden einen gan­zen Berg Akkus auf, die dann den elek­tri­schen Ans­trieb im abge­tauch­ten Zustand sicher­stel­len. Qua­si ein Hybrid­fahr­zeug. Dadurch war das U‑Boot unter Was­ser so lei­se, dass es sich gut anschleich­ten konn­te. Daher wur­de die­se U‑Boot-Klas­se auch “Silent Hun­ter” genannt.
Die Kom­bü­se — hier muss­te täg­lich Essen für 68 Besat­zungs­mit­glie­der gekocht wer­den. Auf der Flä­che eine wirk­li­che Herausforderung.

Alles in Allem war es eine inter­es­san­te Erfah­rung und wir haben fest­ge­stellt, dass die Beweg­lich­keit, die uns das Klet­tern beschert, durch­aus hilf­reich ist, um sich durch das enge U‑Boot und vor allem die klei­nen Schotts zu bewegen.

Wenn man sich vor­stellt, wie die Mann­schaft Tage‑, Wochen- oder Mona­te­lang auf der­art engem Raum ein­ge­pfercht war, möch­te man die­sen Job nicht machen. Der Besuch lohnt sich trotz­dem auch für nicht Tech­nik- oder Mari­ne-affi­ne Menschen. 

Prora

Nach­dem wir des Gat­tens Mas­ke wie­der­ge­fun­den hat­ten, fuh­ren wir nach Pro­ra. Wir hat­ten den unge­heu­ren Gebäu­de­kom­plex schon von der Aus­sichts­plat­form des Baum­wip­fel­pfa­des aus gese­hen. Von den Nazis als Rie­sen-See­bad kon­stru­iert, wur­de der Bau bei Kriegs­aus­bruch ein­ge­stellt. Pro­ra beher­berg­te nie die gedach­ten 20 000 Urlau­ber, son­dern wur­de vor allem mili­tä­risch genutzt. 

Heu­te sind eini­ge der Gebäu­de reno­viert und die­nen als (Ferien)Wohnungen. Auch das Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum befin­det sich hier. Bis vor eini­gen Jah­ren beher­berg­te der Kom­plex zudem eine Dis­ko. Der Park­platz ist neu gemacht und wei­te­re Reno­vie­run­gen sind in Gan­ge. Kei­ner weiß so recht, ob es rich­tig ist, die Fas­sa­den bau­lich zu ver­än­dern und die Gebäu­de anders zu nut­zen, oder ob Pro­ra als Denk­mal wei­ter­hin in sei­nem ursprüng­li­chen Zustand erhal­ten wer­den soll­te. Aller­dings sind die rie­si­gen Nazi-Gebäu­de weder eine Augen­wei­de noch ist die Bau­sub­stanz in beson­ders gutem Zustand. Auch die Stim­mung, die von den leer­ste­hen­den Bau­ten aus­geht, ist selt­sam. Der Blick aufs Meer ist von Pro­ra aus aller­dings wirk­lich schön. 

Der wei­ße Teil ist bereits reno­viert, die grau­en Fas­sa­den zei­gen Pro­ra im Originalzustand. 
Auf dem Weg zur alten Kai-Anlage 
Kai-Mau­er und Strand bei Prora 

Über den Bäumen

Mon­tag zog es den Göt­ter­gat­ten — bei ange­nehm war­men Wet­ter und Son­nen­schein — erst ein­mal zum Baum­wip­fel­pfad. Ihn reiz­te beson­ders die Aus­sicht auf die Umge­bung, aber auch die Tat­sa­che, dass er noch nie auf einem Baum­wip­fel­pfad unter­wegs gewe­sen war. 

Bei maxi­mal 6% Stei­gung — sehr ange­nehm zu lau­fen — ging es also hin­auf in die Baum­kro­nen. Es war nicht zu viel los und meis­tens gelang es uns, von den ande­ren Besu­chern Coro­na-gerech­ten Abstand zu hal­ten. Zwi­schen­durch gibt es immer mal wie­der Lern- bzw. Geschick­lich­keits­sta­tio­nen. Vor allem letz­te­re mach­ten beim Über­que­ren gro­ßen Spaß. Auf der Aus­sichts­plat­form selbst war es son­nig, aber auch sehr win­dig. Jacke mit­neh­men lohnt sich also. Von oben hat­ten wir einen wun­der­ba­ren Blick auf die Umgebung. 

Es geht nach oben … 
Blick auf das ers­te Rondell
Blick auf das zwei­te Ron­dell, mit ca. 80jähriger Rot­bu­che in der Mitte 
Blick aufs Meer

Nach dem anstren­gen­den *hust* Auf­stieg kehr­ten wir in das zum Baum­wip­fel­pfad dazu­ge­hö­ri­ge Lokal ein. Nach­fra­gen brach­te zuta­ge, dass die glu­ten­frei­en Pom­mes in einer eige­nen Frit­teu­se gemacht wer­den und somit für uns ess­bar sind — hur­rah! Der Mit­tags­s­nack war geret­tet! Lei­der fiel dem Göt­ter­gat­ten beim Ver­las­sen des Lokals die Mas­ke aus der Tasche, wes­halb wir noch ein­mal wie­der­kom­men und das baby­blaue Stoff­teil suchen muss­ten — sehr zum Leid­we­sen des Man­nes, der auf sich selbst wütend war … 

Dänemarks älteste Stadt

Die ältes­te Stadt des Lan­des ist Ribe, unge­fähr eine hal­be Stun­de Fahrt von unse­rer Unter­kunft ent­fernt. Wir waren mehr­fach dort (vor allem nachmittags/abends) und waren schwer begeis­tert. Mit ihren unge­fähr 8000 Ein­woh­nern ist Ribe eine klei­ne Stadt, aber sehr char­mant. Es gibt hier zwei Kir­chen (ein­mal den Dom, das Wahr­zei­chen der Stadt, und eine klei­ne­re Kir­che), sowie vie­le schö­ne, alte Häuser. 

Zuerst haben wir den Dom besich­tigt. Wer die Aus­ma­ße des Köl­ner Doms kennt, fin­det den Dom zu Ribe wahr­schein­lich schlicht und rela­tiv klein; doch er ist auf alle Fäl­le sehenswert. 

Blick auf den Dom 

Der Dom ist eine recht alte Kathe­dra­le, an deren Stel­le um 800 zuerst ein­mal eine Holz­kir­che stand. An den Wän­den und Säu­len im Innern gibt es vie­le Male­rei­en. Im Altar­raum fin­det moder­ne Male­rei­en an der Decke sowie Mosaike. 

Blick in den Dom von Ribe, Rich­tung Altarraum 

Man kann auch — gegen gerin­ges Ent­gelt — die zahl­rei­chen Stu­fen des Bür­ger­turms hin­auf­stei­gen, von wo aus man einen tol­len Aus­blick auf das (fla­che) Umland hat. Man kommt beim Hin­auf­stei­gen auch direkt an den Glo­cken und dem Glo­cken­spiel (wie in einem fran­zö­si­schen Bef­f­roi) vor­bei.

Eine der Glo­cken im Bürgerturm 
Blick Rich­tung Meer vom Dom aus 

Es gibt im Ort noch eine zwei­te, klei­ne­re Kir­che: St. Catha­ri­na, die wir auch besich­tigt haben. Nicht nur das Inne­re des Gott­hau­ses ist sehens­wert, son­dern auch der Kreuz­gang außerhalb. 

Der Ein­gang von St. Catharina 
Im Innern der Kirche 
Der Kreuz­gang von St. Catharina 

Wer auf­merk­sam durch die Stadt wan­delt, der kann sich an klei­nen Läden, vie­len Blu­men und schie­fen, uri­gen Häu­sern erfreu­en. Es gibt auch einen hüb­schen Stadt­park, der teil­wei­se von Was­ser umge­ben ist. 

Obwohl in Ribe immer etwas los ist, ist die (Klein-)Stadt über­haupt nicht hek­tisch son­dern lädt zum ent­spann­ten Bum­meln ein. 

Frei­tag Abend kamen wir noch in den Genuss des ‘Jazz Fes­ti­val Ribe’: auf dem Dom­platz stand eine gro­ße Büh­ne mit Tischen und Stüh­len davor. Die Musik­dar­bie­tun­gen sind frei, jeder kann zuhö­ren, ab und an geht ein Mit­ar­bei­ter rum, der Spen­den ent­ge­gen­nimmt. Die Stim­mung war gut und die Musik hat­te rich­tig Swing! 🙂 

Pizza in Kolding

Ges­tern Abend sind wir nach Kol­ding gefah­ren in der Hoff­nung, dort lecker Piz­za essen zu kön­nen. Das Nico­lai-Café war unser Ziel. Wir frag­ten direkt nach: gf Piz­za sei kein Pro­blem. So saßen wir also am Nico­lai-Platz und geno­ßen gf Brot als Vor­spei­se sowie zwei lecke­re glu­ten­freie Piz­zen. Trotz­dem an die­ser Stel­le ein Tipp an alle Zölis: Die Piz­za wur­de uns auf einem rus­ti­ka­len Holz­brett ser­viert. Wir haben sie bei­de super pro­blem­los ver­tra­gen, trotz­dem wis­sen wir natür­lich, dass ein Holz­brett eine Kon­ta­mi­na­ti­ons­quel­le ist. Wer also dort glu­ten­frei essen möch­te, soll­te dar­um bit­ten, dass die Piz­za auf einem Tel­ler ser­viert wird. Das Per­so­nal war sehr nett und zuvor­kom­mend und lässt bei die­ser Sache bestimmt mit sich reden. David hat sich zum Abschluss noch einen typi­schen däni­schen Nach­tisch gegönnt. 

Nach­tisch mit Apfel­kom­pott im Nicolai-Café
Blick auf den Nicolai-Platz 

Nach unse­rem lecke­ren Abend­essen haben wir noch eine Run­de durch Kol­ding gedreht. Es gibt hier eine ehe­ma­li­ge Königs­burg, das Kol­ding­hus, das man tags­über auch besich­ti­gen kann. Die Nico­lai-Kir­che ist schon von außen beein­dru­ckend, aber sicher auch von innen sehens­wert. Lei­der war sie ges­tern Abend schon geschlos­sen und wir konn­ten sie nur noch von außen bewundern. 

Nico­lai-Kir­che
Kunst am Nicolai-Platz 
Trep­pen­auf­gang zum Kol­ding­hus, das im Hin­ter­grund zu sehen ist.