Unter den Wellen

Der Stadt­ha­fen von Sass­nitz im Nord­os­ten von Rügen bie­tet eine schö­ne Aus­sicht, einen Sport­ha­fen, Schiff­arts- und Hafen­mu­se­um, einen net­ten Laden mit Hand­werks­kunst, Ver­kaufs­schif­fe für aller­lei Fisch­ge­rich­te, vie­le Läden in den alten Hafen­ge­bäu­den und ein aus­ge­mus­ter­tes U‑Boot der bri­ti­schen Mari­ne, die H.M.S Otus.

Die­ses U‑Boot steht der Öffent­lich­keit als Muse­ums- und Anschau­ungs­ob­jekt zur Ver­fü­gung. Tan­ja hat­te noch nie ein U‑Boot in natu­ra von innen gese­hen, ich zuletzt vor vie­len Jah­ren in Den Hel­der. So beschlos­sen wir, uns das Unter­was­ser-Gefährt mal anzuschauen.

Das Inne­re ist beengt, jede Ecke ist mit Tech­nik voll­ge­stopft und es ist sehr schwer, Coro­na-Abstän­de zu wah­ren. Ich war froh um mei­ne neue Weit­win­kel-Lin­se für die Kame­ra, denn sonst hät­te ich kaum die Ein­drü­cke ver­nünf­tig fest­hal­ten kön­nen. So sind die fol­gen­den Bil­der mit 10mm Klein­bild-Equi­va­lent entstanden:

Der Tor­pe­do-Raum — hier kommt man ins U‑Boot hin­ein und sieht, wo damals 21 Tor­pe­dos gela­gert wur­den und die Roh­re, durch die sie abge­schos­sen wor­den sind.
Die Echo­lot­an­la­ge — sie gibt die cha­rak­te­ris­ti­schen Pings ins Meer ab, die man etwa von Pink Floyds “Echoes” kennt.
Von hier aus wer­den die Tor­pe­dos gelei­tet. Viel Technik…
Wer sich hier aus­kennt, muss wohl lan­ge dafür trai­niert haben…
Die gro­ßen Die­sel­mo­to­ren, die den Antrieb im auf­ge­tauch­ten Zustand dar­stel­len. Zwei klei­ne­re Gene­ra­to­ren laden einen gan­zen Berg Akkus auf, die dann den elek­tri­schen Ans­trieb im abge­tauch­ten Zustand sicher­stel­len. Qua­si ein Hybrid­fahr­zeug. Dadurch war das U‑Boot unter Was­ser so lei­se, dass es sich gut anschleich­ten konn­te. Daher wur­de die­se U‑Boot-Klas­se auch “Silent Hun­ter” genannt.
Die Kom­bü­se — hier muss­te täg­lich Essen für 68 Besat­zungs­mit­glie­der gekocht wer­den. Auf der Flä­che eine wirk­li­che Herausforderung.

Alles in Allem war es eine inter­es­san­te Erfah­rung und wir haben fest­ge­stellt, dass die Beweg­lich­keit, die uns das Klet­tern beschert, durch­aus hilf­reich ist, um sich durch das enge U‑Boot und vor allem die klei­nen Schotts zu bewegen.

Wenn man sich vor­stellt, wie die Mann­schaft Tage‑, Wochen- oder Mona­te­lang auf der­art engem Raum ein­ge­pfercht war, möch­te man die­sen Job nicht machen. Der Besuch lohnt sich trotz­dem auch für nicht Tech­nik- oder Mari­ne-affi­ne Menschen. 

Prora

Nach­dem wir des Gat­tens Mas­ke wie­der­ge­fun­den hat­ten, fuh­ren wir nach Pro­ra. Wir hat­ten den unge­heu­ren Gebäu­de­kom­plex schon von der Aus­sichts­plat­form des Baum­wip­fel­pfa­des aus gese­hen. Von den Nazis als Rie­sen-See­bad kon­stru­iert, wur­de der Bau bei Kriegs­aus­bruch ein­ge­stellt. Pro­ra beher­berg­te nie die gedach­ten 20 000 Urlau­ber, son­dern wur­de vor allem mili­tä­risch genutzt. 

Heu­te sind eini­ge der Gebäu­de reno­viert und die­nen als (Ferien)Wohnungen. Auch das Doku­men­ta­ti­ons­zen­trum befin­det sich hier. Bis vor eini­gen Jah­ren beher­berg­te der Kom­plex zudem eine Dis­ko. Der Park­platz ist neu gemacht und wei­te­re Reno­vie­run­gen sind in Gan­ge. Kei­ner weiß so recht, ob es rich­tig ist, die Fas­sa­den bau­lich zu ver­än­dern und die Gebäu­de anders zu nut­zen, oder ob Pro­ra als Denk­mal wei­ter­hin in sei­nem ursprüng­li­chen Zustand erhal­ten wer­den soll­te. Aller­dings sind die rie­si­gen Nazi-Gebäu­de weder eine Augen­wei­de noch ist die Bau­sub­stanz in beson­ders gutem Zustand. Auch die Stim­mung, die von den leer­ste­hen­den Bau­ten aus­geht, ist selt­sam. Der Blick aufs Meer ist von Pro­ra aus aller­dings wirk­lich schön. 

Der wei­ße Teil ist bereits reno­viert, die grau­en Fas­sa­den zei­gen Pro­ra im Originalzustand. 
Auf dem Weg zur alten Kai-Anlage 
Kai-Mau­er und Strand bei Prora 

Über den Bäumen

Mon­tag zog es den Göt­ter­gat­ten — bei ange­nehm war­men Wet­ter und Son­nen­schein — erst ein­mal zum Baum­wip­fel­pfad. Ihn reiz­te beson­ders die Aus­sicht auf die Umge­bung, aber auch die Tat­sa­che, dass er noch nie auf einem Baum­wip­fel­pfad unter­wegs gewe­sen war. 

Bei maxi­mal 6% Stei­gung — sehr ange­nehm zu lau­fen — ging es also hin­auf in die Baum­kro­nen. Es war nicht zu viel los und meis­tens gelang es uns, von den ande­ren Besu­chern Coro­na-gerech­ten Abstand zu hal­ten. Zwi­schen­durch gibt es immer mal wie­der Lern- bzw. Geschick­lich­keits­sta­tio­nen. Vor allem letz­te­re mach­ten beim Über­que­ren gro­ßen Spaß. Auf der Aus­sichts­plat­form selbst war es son­nig, aber auch sehr win­dig. Jacke mit­neh­men lohnt sich also. Von oben hat­ten wir einen wun­der­ba­ren Blick auf die Umgebung. 

Es geht nach oben … 
Blick auf das ers­te Rondell
Blick auf das zwei­te Ron­dell, mit ca. 80jähriger Rot­bu­che in der Mitte 
Blick aufs Meer

Nach dem anstren­gen­den *hust* Auf­stieg kehr­ten wir in das zum Baum­wip­fel­pfad dazu­ge­hö­ri­ge Lokal ein. Nach­fra­gen brach­te zuta­ge, dass die glu­ten­frei­en Pom­mes in einer eige­nen Frit­teu­se gemacht wer­den und somit für uns ess­bar sind — hur­rah! Der Mit­tags­s­nack war geret­tet! Lei­der fiel dem Göt­ter­gat­ten beim Ver­las­sen des Lokals die Mas­ke aus der Tasche, wes­halb wir noch ein­mal wie­der­kom­men und das baby­blaue Stoff­teil suchen muss­ten — sehr zum Leid­we­sen des Man­nes, der auf sich selbst wütend war … 

Dänemarks älteste Stadt

Die ältes­te Stadt des Lan­des ist Ribe, unge­fähr eine hal­be Stun­de Fahrt von unse­rer Unter­kunft ent­fernt. Wir waren mehr­fach dort (vor allem nachmittags/abends) und waren schwer begeis­tert. Mit ihren unge­fähr 8000 Ein­woh­nern ist Ribe eine klei­ne Stadt, aber sehr char­mant. Es gibt hier zwei Kir­chen (ein­mal den Dom, das Wahr­zei­chen der Stadt, und eine klei­ne­re Kir­che), sowie vie­le schö­ne, alte Häuser. 

Zuerst haben wir den Dom besich­tigt. Wer die Aus­ma­ße des Köl­ner Doms kennt, fin­det den Dom zu Ribe wahr­schein­lich schlicht und rela­tiv klein; doch er ist auf alle Fäl­le sehenswert. 

Blick auf den Dom 

Der Dom ist eine recht alte Kathe­dra­le, an deren Stel­le um 800 zuerst ein­mal eine Holz­kir­che stand. An den Wän­den und Säu­len im Innern gibt es vie­le Male­rei­en. Im Altar­raum fin­det moder­ne Male­rei­en an der Decke sowie Mosaike. 

Blick in den Dom von Ribe, Rich­tung Altarraum 

Man kann auch — gegen gerin­ges Ent­gelt — die zahl­rei­chen Stu­fen des Bür­ger­turms hin­auf­stei­gen, von wo aus man einen tol­len Aus­blick auf das (fla­che) Umland hat. Man kommt beim Hin­auf­stei­gen auch direkt an den Glo­cken und dem Glo­cken­spiel (wie in einem fran­zö­si­schen Bef­f­roi) vor­bei.

Eine der Glo­cken im Bürgerturm 
Blick Rich­tung Meer vom Dom aus 

Es gibt im Ort noch eine zwei­te, klei­ne­re Kir­che: St. Catha­ri­na, die wir auch besich­tigt haben. Nicht nur das Inne­re des Gott­hau­ses ist sehens­wert, son­dern auch der Kreuz­gang außerhalb. 

Der Ein­gang von St. Catharina 
Im Innern der Kirche 
Der Kreuz­gang von St. Catharina 

Wer auf­merk­sam durch die Stadt wan­delt, der kann sich an klei­nen Läden, vie­len Blu­men und schie­fen, uri­gen Häu­sern erfreu­en. Es gibt auch einen hüb­schen Stadt­park, der teil­wei­se von Was­ser umge­ben ist. 

Obwohl in Ribe immer etwas los ist, ist die (Klein-)Stadt über­haupt nicht hek­tisch son­dern lädt zum ent­spann­ten Bum­meln ein. 

Frei­tag Abend kamen wir noch in den Genuss des ‘Jazz Fes­ti­val Ribe’: auf dem Dom­platz stand eine gro­ße Büh­ne mit Tischen und Stüh­len davor. Die Musik­dar­bie­tun­gen sind frei, jeder kann zuhö­ren, ab und an geht ein Mit­ar­bei­ter rum, der Spen­den ent­ge­gen­nimmt. Die Stim­mung war gut und die Musik hat­te rich­tig Swing! 🙂 

Pizza in Kolding

Ges­tern Abend sind wir nach Kol­ding gefah­ren in der Hoff­nung, dort lecker Piz­za essen zu kön­nen. Das Nico­lai-Café war unser Ziel. Wir frag­ten direkt nach: gf Piz­za sei kein Pro­blem. So saßen wir also am Nico­lai-Platz und geno­ßen gf Brot als Vor­spei­se sowie zwei lecke­re glu­ten­freie Piz­zen. Trotz­dem an die­ser Stel­le ein Tipp an alle Zölis: Die Piz­za wur­de uns auf einem rus­ti­ka­len Holz­brett ser­viert. Wir haben sie bei­de super pro­blem­los ver­tra­gen, trotz­dem wis­sen wir natür­lich, dass ein Holz­brett eine Kon­ta­mi­na­ti­ons­quel­le ist. Wer also dort glu­ten­frei essen möch­te, soll­te dar­um bit­ten, dass die Piz­za auf einem Tel­ler ser­viert wird. Das Per­so­nal war sehr nett und zuvor­kom­mend und lässt bei die­ser Sache bestimmt mit sich reden. David hat sich zum Abschluss noch einen typi­schen däni­schen Nach­tisch gegönnt. 

Nach­tisch mit Apfel­kom­pott im Nicolai-Café
Blick auf den Nicolai-Platz 

Nach unse­rem lecke­ren Abend­essen haben wir noch eine Run­de durch Kol­ding gedreht. Es gibt hier eine ehe­ma­li­ge Königs­burg, das Kol­ding­hus, das man tags­über auch besich­ti­gen kann. Die Nico­lai-Kir­che ist schon von außen beein­dru­ckend, aber sicher auch von innen sehens­wert. Lei­der war sie ges­tern Abend schon geschlos­sen und wir konn­ten sie nur noch von außen bewundern. 

Nico­lai-Kir­che
Kunst am Nicolai-Platz 
Trep­pen­auf­gang zum Kol­ding­hus, das im Hin­ter­grund zu sehen ist. 

Von unseren Brüdern und Schwestern

Es gibt hier ein Dorf mit einem alten Dorf­kern, der zum UNESCO-Welt­kul­tur­er­be gehört. Es han­delt sich um den alten Dorf­kern von Chris­ti­ans­feld. Die­ser wur­de von der Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mei­ne am 1. April 1778 als Plan­stadt ange­legt und ist heu­te noch Stand­ort der Gemei­ne. Dabei han­delt es sich um eine über­kon­fes­sio­nel­le christ­li­che Glau­bens­be­we­gung, die sehr auf Puris­mus aus­ge­legt ist. Dies zeigt sich zum Bei­spiel im Bau­stil und den schnur­ge­ra­de ange­leg­ten Straßen:

schnur­ge­ra­de Stra­ße in Christiansfeld
Die sehr unge­wöhn­li­che Kir­che mit dem Haupt­platz in der alten Stadtmitte.
Unge­wöhn­lich auch von innen: die Kir­che ist sehr schlicht, es gibt kei­ne Kan­zel, kei­ne Schnör­kel und sie ist quer bestuhlt.
Bis auf zwei moder­ne­re Lam­pen wird die Kir­che nur von Ker­zen erhellt. Und sie ist bis heu­te noch in Ver­wen­dung für die ca. 325 See­len zäh­len­de Brüdergemeine.
Der Ein­gang zum Fried­hof (von der Brü­der­ge­mei­ne “Got­tes­acker” genannt) ist schick — die Grä­ber dann jedoch schlicht. Jedes Grab bekommt einen leicht schräg lie­gen­den Stein mit den Daten. Der Indi­vi­dua­lis­mus beschränkt sich auf die Wahl der Schrift­art und einen klei­nen Zusatztext.

Dass es “Chris­ti­ans­feld” als deut­schen Namen trägt, liegt schlicht­weg dar­an, dass die­ses Fleck­chen Erde wäh­rend der Grün­dung im deutsch­spra­chi­gen Schles­wig lag. Hier waren Deutsch und Fran­zö­sisch die Amts­spra­chen, und so sind auch vie­le der alten Grab­stei­ne auf Deutsch beschriftet.

His­to­ri­sche Bedeu­tung hat der Ort auch durch den Deutsch-Däni­schen Krieg erfah­ren. Im Hotel der Brü­der­ge­mei­ne wur­de am 18. Juli 1864 die Waf­fen­still­stands­ur­kun­de unterzeichnet.

Heu­te ist Chris­ti­ans­feld grö­ßer gewor­den und besitzt zusätz­lich noch die Tyrs­trup Kir­ke der däni­schen Volks­kir­che. Auch hat man einen hüb­schen Gar­ten ange­legt, der zei­gen soll, wie die Gär­ten damals waren:

Klei­ner Gar­ten mit Pavil­li­on und schö­nen Blu­men. In den hin­te­ren Rei­hen wächst Obst.
Klei­ne Erd­bee­ren (mit vie­el Geschmack!), Äpfel, Sta­chel- und Johan­nis­bee­ren wachen hier. Wir haben mal genascht…

Nah am Wasser gebaut

In die­sem Fal­le wohl prä­zi­ser: im Was­ser gebaut. Das von Tan­ja schon erwähn­te “Fjor­den­hus” ist achi­tek­to­nisch so beein­dru­ckend, dass ich hier noch ein paar Wor­te (und Bil­der) dar­über ver­lie­ren wollte.

Noch­mal zur Erin­ne­rung: so sieht es von vor­ne, von der Stadt aus gese­hen aus.

Es han­delt sich hier­bei um ein Kunst­ob­jekt, das von einer Fir­ma namens “Kirk Kapi­tals” in Auf­trag gege­ben wur­de und jetzt als Fir­men­sitz genutzt wird. Ent­wor­fen und gebaut hat das Gan­ze ein Dänisch-Islän­di­scher Künst­ler namens Olafur Eli­as­son. Die unters­te Eta­ge in dop­pel­ter Höhe ist teil­wei­se öffent­lich zugäng­lich und als begeh­ba­res Kunst­werk angelegt:

Direk­ter Blick aus dem Gebäu­de auf die Ost­see und die Vej­lefjor­dbro­en (Vej­lefjor­d­brü­cke)
Tei­le der unte­ren Eta­ge haben kei­nen Boden und sind vom Meer geflutet.
Das Fjor­den­haus-Foy­er mit Kunst an der Decke und Blick auf den Ostsee-Fjord.
Auch an der Decke fin­det sich zwi­schen­durch Kunst.

Das gesam­te Gebäu­de ist wohl auch in den Büro-Eta­gen mit Run­dun­gen und Ellip­sen ange­legt. Aus die­sem Grun­de hat der Künst­ler auch direkt pas­sen­de Möbel ent­wor­fen. Auch die Trep­pen­häu­ser sind pas­send zum run­den The­ma mit Wen­del­trep­pen gebaut. Die­se Eta­gen sind lei­der nicht öffent­lich zugäng­lich, man kann jedoch Tou­ren buchen. Ansons­ten kann ich jedem emp­feh­len, die Web­sei­te des Fjor­den­hus zu besuchen.

Ostküste

Nach unse­rer Besich­ti­gung der Runen­stei­ne und Hügel­grä­ber von Jel­ling sind wir wei­ter gefah­ren nach Vej­le, eine Stadt an der Ost­küs­te. Vej­le liegt direkt am Meer (Ost­see!) und hat sowohl Indus­trie- als auch Sport­ha­fen. Angren­zend an den Sport­ha­fen ist ein neu­es Wohn­ge­biet mit Blick aufs Meer ent­stan­den, in dem immer noch gebaut wird. Hier fin­det man auch das — laut Wiki­pe­dia — neue Wahr­zei­chen der Stadt: Bøl­gen, die “Wel­le”, ein archi­tek­to­nisch äußerst inter­es­san­tes Gebäu­de. Der Name ist hier übri­gens Programm. 

Sport­ha­fen von Vej­le mit “Wel­le”

Beson­ders beein­druckt waren wir auch vom “Fjor­den­hus”, einem archi­tek­to­ni­schen Klein­od, das mit­ten im Hafen als Fir­men­sitz dient. 

Fjor­den­hus

Wenn man den Hafen­steg bis zum Ende ent­lang­läuft, hat man einen net­ten, aber ges­tern zumin­dest sehr win­di­gen Blick auf die Ostsee. 

Da wir irgend­wann knur­ren­de Mägen ver­spür­ten, mach­ten wir uns auf Rich­tung Stadt­mit­te. Auf Tri­pad­vi­sor hat­ten wir gele­sen, dass die Taver­na Hel­las glu­ten­frei­es Essen anbie­te. Unse­re Nach­fra­gen bestä­tig­ten dies und so konn­ten wir ein lecke­res grie­chi­sches Gyros genießen. 

Gyros­tel­ler in der Taver­ne Hellas 

Ein High­light ande­rer Art waren die bun­ten Schir­me, die wäh­rend des Essens über unse­ren Köp­fen tanz­ten. Laut Goog­le wer­den sie jedes Jahr zwi­schen April und Okto­ber im Midt­punkt, so heißt das Vier­tel in Vej­le, auf­ge­hängt. Ein­fach nur schön! 

Wikinger!

Heu­te mor­gen sind wir Rich­tung Nord­os­ten nach Jel­ling gefah­ren. In dem klei­nen Ort befin­det sich näm­lich ein UNESCO-Welt­kul­tur­er­be: Grab­hü­gel und Stein­mo­nu­men­te aus der Wikingerzeit. 

Zuerst haben wir das 2015 eröff­ne­te Erleb­nis­cen­ter Kon­ger­nes Jel­ling besucht. Die inter­ak­ti­ve Aus­stel­lung infor­miert umfas­send und packend über das Leben der Wikin­ger, aber auch über das Welt­kul­tur­er­be selbst: es han­delt sich um zwei künst­lich auf­ge­schüt­te­te Erd­hü­gel, einer davon mit einem lee­ren Grab, sowie um zwei Stein­mo­nu­men­te und eine Kirche. 

Bei den bei­den Stei­nen han­delt es sich um den Gorm­stein und den Harald­stein. Gorm der Alte war wohl der ers­te Wikin­ger­kö­nig, der meh­re­re klei­ne­re Län­der ein­te und auf dem Stein (dem Gorm­stein), den er zu Ehren sei­ner ver­stor­be­nen Köni­gin Thy­ra errich­ten ließ, das Wort ‘Däne­mark’ ver­wen­de­te. Sein Sohn Harald Blau­zahn (Blue­tooth, ihm ver­dankt die Tech­nik ihren Namen) ließ den ande­ren Stein errich­ten. Auf einer Sei­te ehrt er sei­ne Eltern, auf der ande­ren prä­sen­tiert er sich als König von Däne­mark und Nor­we­gen und auf der drit­ten Sei­te als zum christ­li­chen Glau­ben Bekehrter. 

Der Harald­stein: auf die­ser Sei­te fin­den sich die Namen von Gorm und Thy­ra, Haralds Eltern. 

Aller­dings hat das nörd­li­che Hügel­grab bei sei­ner Ent­de­ckung die For­schung vor Rät­sel gestellt: es war leer, ohne Anzei­chen, wer dar­in begra­ben wor­den war und man weiß bis heu­te nicht, wel­cher Ver­stor­be­ne hier sei­ne letz­te Ruhe gefun­den hat­te. Es könn­te König Gorm selbst gewe­sen sein, oder viel­leicht sei­ne Gat­tin. Span­nen­der­wei­se hat man bei Reno­vie­rungs­ar­bei­ten unter dem Boden der Kir­che (sie steht zwi­schen den bei­den Hügeln) ein namen­lo­ses Ske­lett gefun­den. Ist dies viel­leicht der Tote aus der Grab­kam­mer, der irgend­wann — viel­leicht im Zuge der Chris­tia­ni­sie­rung — in die Kir­che umge­bet­tet wurde? 

Der Süd­hü­gel gibt den Archäo­lo­gen eben­falls Rät­sel auf: hier hat man bei Aus­gra­bun­gen über­haupt gar kei­ne Hin­wei­se auf eine irgend­wie gear­te­te Grab­kam­mer gefun­den. Wie­so gibt es die­sen Hügel also?

Hügel mit Kir­che im Hintergrund 
Kir­che von Jelling 

Was man aller­dings sicher weiß, ist die Tat­sa­che, dass König Harald einen für die dama­li­ge Zeit beein­dru­ckend lan­gen Pali­sa­den­zaun um Hügel und Stei­ne errich­ten ließ. Man hat auf der frü­he­ren Ver­laufs­li­nie heu­te wei­ße Beton­pfei­ler auf­ge­stellt. Der Zaun dien­te wohl dem Schutz der Anla­ge, aber auch als Machtdemonstration. 

Ver­lauf des Palisadenzauns 

In der Aus­stel­lung kann man Grab­bei­ga­ben bewun­dern, die im Nord­hü­gel gefun­den wor­den sind. Es gibt außer­dem ganz vie­le Infor­ma­tio­nen zum All­tags­le­ben der Wikin­ger: Essen, Glau­be, Han­del, Waf­fen … Wer sich auch nur ein biss­chen für Wikin­ger und/oder Welt­kul­tur­er­be­stät­ten inter­es­siert, der soll­te sich Jel­ling nicht ent­ge­hen lassen! 

Blick auf das Erleb­nis­cen­ter, vom Nord­hü­gel aus fotografiert. 

Danske dyr (Dänische Tiere)

Wir sind mitt­ler­wei­le in Däne­mark ange­kom­men und haben hier ein net­tes B&B als Unter­kunft (dazu spä­ter mehr).

Ges­tern waren wir erst­mal im Zoo. Es gibt hier in der Nähe (in Lin­trup) einen nied­li­chen Zoo vol­ler nied­li­cher Tie­re: den Glad Zoo (däni­sche Sei­te mehr schlecht als recht von Goog­le übersetzt).

Die größ­ten Tie­re im Zoo sind Lamas, gefolgt von Alpa­kas. Alles ande­re ist klei­ner, aber den Tie­ren scheint es sehr gut zu gehen. Vie­le der Tie­re, die man sonst nie sieht, weil sie sich ver­ste­cken, sind hier ohne jeg­li­che Scheu zu bewundern:

Die Luch­se ver­hal­ten sich auch wie gro­ße Katzen.
Sel­te­ner Anblick: es gibt zwei nied­li­che jun­ge Luchse!
Neu­gie­rig und Klet­ter­freu­dig sind sie.

Man konn­te am Ein­gang Tier­fut­ter kau­fen. Es han­del­te sich um klei­ne, rosa­ne Taler, die ähn­lich Kek­sen sehr fest sind. Eini­ge der Tie­re lie­ben die­se Lecker­lis anschei­nend sehr.

Das hier sind ech­te Nasen­bä­ren (Næsebjørn ). Sie waren unheim­lich scharf auf die Leckerlis.
Mit viel Geschick (und Gefum­mel) wer­den die Lecker­lis durch den Zaun befördert.
Nied­li­che Weiss­bü­schel­af­fen gab es auch.
Die Grau­hörn­chen stan­den eben­falls auf die Leckerlis.

Wirk­lich toll war das gro­ße, in Area­le unter­teil­te Frei­ge­he­ge. Man konn­te durch­lau­fen und die Tie­re (sodenn sie woll­ten) ganz aus der Nähe erleben:

Dreis­te Zie­gen. Wehe, man hat Leckerlis!
Men­schen­scheue­re Kän­gu­rus und Emus (nicht im Bild)
Nied­li­che Rehe, die einem aus der Hand fra­ßen und Lamas (eben­falls nicht im Bild…)
Im Tro­pen­haus gab es außer viel hei­ßer Luft auch schö­ne Vögel.
Auch drau­ßen in den Volie­ren war die Vogel­welt sehr bunt.
Die Prä­rie­hun­de waren von den Lecker­lis eben­falls begeistert.