Full Steam Ahead*

Der Urlaub fängt heu­te erst rich­tig an. Ges­tern sind wir ganz gemüt­lich nach Ham­burg gefah­ren (ziem­lich stau­frei) und haben beim Rudolph’s lecker geges­sen und danach im Gol­de­nen Ei noch Cock­tails getrunken.

Jetzt schrei­be ich die­se Zei­len in der sehr beque­men Pre­mi­um-Class des Halun­der Jet, der uns mit einer Höchst­ge­schwin­dig­keit von 66 km/h von Ham­burg nach Hel­go­land bringt. Wir haben hier Kaf­fee (inklu­si­ve) mit Aussicht:

Beque­mer Luxus mit Öster­rei­chi­schem Kaf­fee aus der Hi-Tech-Maschi­ne

Damit fängt unser Urlaub jetzt an. Wir haben nicht das Gefühl, end­lich ankom­men zu wol­len, son­dern ent­span­nen jetzt schon. Alles in Allem ein gelun­ge­ner Anfang bei kos­ten­lo­ser Heiß­ge­trän­ke-Bar und Obst-Buffet.

Aktu­ell auf der Elbe haben wir Ham­bur­ger Schiet­wet­ter. Die Wet­ter­be­din­gun­gen auf Hel­go­land schei­nen nicht so viel bes­ser zu sein, eine Durch­sa­ge hat gera­de ver­mel­det, dass höhe­rer See­gang erwar­tet wird und man bei der Besat­zung Tablet­ten gegen See­krank­heit erwer­ben kön­ne (0,50€/Stück)…

*) Frei nach Cel­ti­ca Pipes Rock

Ich packe meinen Koffer

Vor unse­rem Flug nach Tene­rif­fa wuss­te ich über­haupt nicht, was ich in den Kof­fer packen soll­te. Laut Inter­net konn­te man um die­se Jah­res­zeit auf der Insel zwi­schen 18 und 24 Grad Cel­si­us erwar­ten, doch vie­le, die schon dort gewe­sen waren, ver­si­cher­ten mir, dass ‘die­se Tem­pe­ra­tu­ren sich auf den Kana­ren ganz anders anfühlen.’ 

Also habe ich ver­sucht, mög­lichst viel­sei­tig zu packen: T‑Shirts (tags­über sehr pas­send), lan­ge Jeans­ho­sen (am bes­ten nicht in dunk­len Far­ben — Son­ne!), Capri­ho­sen (super!), dün­ne Ober­tei­le mit lan­gen Ärmeln (klas­se, kei­ne Son­nen­creme an den Armen), Hoo­die-Jacken zum Drü­ber­zie­hen (abends oder in höhe­ren Lagen wirk­lich not­wen­dig), sowie Snea­kers und mei­ne Bar­fuß­schu­he im Bal­le­ri­na-Stil (schön leicht, ange­nehm an wär­me­ren Tagen). 

Nachts wird es um die­se Jah­res­zeit auf Tene­rif­fa noch emp­find­lich kalt, Tem­pe­ra­tu­ren unter 10 Grad Cel­si­us waren kei­ne Sel­ten­heit. Wir hat­ten immer unse­re Jacken im Miet­wa­gen lie­gen, damit wir sie schnell über­zie­hen konn­ten, wenn wir noch spät unter­wegs waren. 

Wer natür­lich haupt­säch­lich einen Strand­ur­laub machen möch­te, braucht weni­ger war­me, prak­ti­sche Sachen und kann mehr leich­te Som­mer­sa­chen ein­pa­cken (Klei­der, Shorts, Pyja­ma-Pants, Flip-Flops…). Wer ger­ne die Insel erkun­den möch­te, braucht vor allem auch ordent­li­che Schu­he. Wan­der­schu­he oder gute Sport­schu­he scha­den nicht, vor allem, wenn man auch unweg­sa­me­re Stre­cken im Gebir­ge oder durch Lava­land­schaf­ten lau­fen möchte. 

Ganz wich­tig: Son­nen­creme. Selbst wenn es teil­wei­se an der Küs­te oder in Hang­la­gen win­dig ist, scheint die Son­ne doch kräf­tig und ver­brennt einen recht schnell. Wer den gan­zen Tag unter­wegs ist, soll­te also über einen dem­entspre­chend hohen Licht­schutz­fak­tor nach­den­ken, je nach Hauttyp. 

Hoch hinaus!

Eine ganz beson­de­re Erfah­rung haben wir am Sams­tag vor unse­rem Abflug gemacht. Der alles beherr­schen­de Vul­kan “El Tei­de”, der Tene­rif­fas Zen­trum bil­det, ist mit 3.718 Metern die höchs­te Erhe­bung der Kana­ri­schen Inseln und mit 7.500 Metern über dem Mee­res­bo­den der dritt­höchs­te Insel­vul­kan der Erde.

Sei­nen Gip­fel darf man nur mit einer Son­der­ge­neh­mi­gung der Ver­wal­tung des Natio­nal­parks (der zum UNESCO-Welt­na­tur­er­be gehört) bestei­gen. Die­se Geneh­mi­gung ist zwar kos­ten­los, jedoch wird damit sowohl die Anzahl der Tou­ris­ten als auch die Berück­sich­ti­gung der Vul­kan­ver­hält­nis­se kontrolliert.

Wir hat­ten uns ent­schie­den, eine geführ­te kur­ze Wan­de­rung zum Aus­sichts­punkt mit Blick auf den “Pico Vie­jo” zu machen. Um 14:30 soll­te es an der Tal­sta­ti­on der Seil­bahn (Tele­fé­ri­co del Tei­de) los­ge­hen. Die Seil­bahn über­win­det die 1.199 Höhen­me­ter von 2.356 Metern bis 3.555 Metern in 8 Minu­ten. Die Fahrt­stre­cke ist 2.482 Meter lang. In den Kabi­nen (Kapa­zi­tät: 44 Per­so­nen) ist lei­der schlech­te Luft und man fühlt sich arg ölsardinig.

Das jedoch wird von der Erfah­rung, dort oben auf einem akti­ven (jedoch schla­fen­dem) Vul­kan zu ste­hen, mehr als wett gemacht. Auf­grund der dün­nen Luft und der Schwe­fel­dämp­fe darf man sich nur eine Stun­de (bei Bestei­gung des Gip­fels zwei Stun­den) dort oben aufhalten.

Unse­re Füh­re­rin hat uns eini­ges erzählt. So durf­ten wir eine Hand in eine Öff­nung hal­ten und selbst erfah­ren, wie warm und feucht es schon kurz unter der Erde ist. Es gibt nur wenig Vege­ta­ti­on und kaum Tie­re (größ­ten­teils Insek­ten). Aber sowohl die Aus­sicht als auch die Land­schaft sind mehr als beeindruckend. 

Dar­um las­se ich jetzt Bil­der (okay, und Bild­un­ter­schrif­ten) sprechen:

Blick von der Berg­sta­ti­on auf die Seil­bahn und die Berg­ket­te, wel­che die Ebe­ne “Las Caña­das”, den Kra­ter eines Vor­gän­ger­vul­kans, einfasst.
Blick in den Nor­den Teneriffas
Auf dem Tei­de liegt noch Schnee. Viel ist es aller­dings nicht.
Unser Weg liegt klar vor uns. Von den 18 Teil­neh­mern sind 8 am End­punkt ange­kom­men. Die ande­ren kämpf­ten zu sehr mit der dün­nen Luft und den Schwefeldämpfen.
Die Wol­ken unter uns flie­ßen durch eine Schnei­se in die Ebe­ne “Las Cañadas”.
Das Lava­ge­stein hat bizar­re Formen.
Für’s Grö­ßen­ver­hält­nis: Suche die Autos.
Da sind die Autos!

Blick auf den “Pico Vie­jo”. Er teilt sich mit dem Tei­de eine Mag­ma­kam­mer. Sei­ne Aus­bruchs­wahr­schein­lich­keit ist höher, als die des Tei­de. Im Hin­ter­grund unter den Wol­ken kann man ein wenig von La Gome­ra sehen. 
In der Ebe­ne Las Caña­das, nach unse­rer Fahrt nach unten.
Am Mira­dor del Pico Viejo 

Über den Wolken…

Wenn man die­sen Titel mit Rein­hard Mey ver­bin­det, denkt man auch an Start­bahn Null-Drei. Aber man muss nicht immer im Flug­zeug sit­zen, um über den Wol­ken zu sein.

Die Insel Tene­rif­fa besteht aus einer Men­ge Berg (genau­er: aus 110 Vul­ka­nen). Wir haben auf unse­rem Rück­weg von Puer­to de la Cruz ent­schlos­sen, den Weg über die­se Ber­ge zu neh­men, statt den deut­lich schnel­le­ren (wenn auch län­ge­ren) Weg über die Auto­bah­nen zu fahren.

Das war ein fas­zi­nie­ren­des Erleb­nis, denn erst­mal hat man im Son­nen­un­ter­gang eine tol­le Aussicht:

Blick von der TF-21 auf Puer­to de la Cruz (zu erah­nen) im Sonnenuntergang.

Bei etwa 1000 Metern Höhe taucht man dann in den Nebel des Grau­ens die Wol­ken­schicht ein. Dort sieht man dann erst­mal fast gar nichts mehr, was die Fahrt sehr gespens­tisch macht:

Die “Aus­sicht” vom Mira­dor de Mataznos
Rund­her­um: Wol­ke. Mit­ten­drin: Auto.

Sobald man dann über den Wol­ken ist, gibt es jedoch dann eine tol­le Ansicht:

Das “mar de nubes”, schlicht “Meer der Wolken”
Mit dem Son­nen­un­ter­gang gab es tol­le Farben.

Sobald die Son­ne unter­ge­gan­gen war, hat­te man trotz­dem noch recht viel Licht. Man kam sich vor, wie im Spot­light, so hell leuch­te­te der Mond.

Blen­de 16, 1/4000stel Sekun­de, ISO 6400, 400mm Zoom

Als wir auf der ande­ren Sei­te wie­der den Berg Rich­tung Güí­mar hin­un­ter fuh­ren, hat­ten wir auch (nach­dem wir durch die Wol­ke durch waren) eine schö­ne Aussicht:

Leicht unscharf, weil es bei dem Wind schlicht unmög­lich war, die Kame­ra ruhig zu halten.

Am Sams­tag haben wir dann einen Teil der Stre­cke noch­mals gese­hen, als wir zum Tei­de hoch gefah­ren sind. Auch bei Tag ist das Wol­ken­meer beeindruckend:

Schat­zi mit Tei­de und Wolkenmeer.
Klei­ne Kup­pe über den Wolken

Das Malpaís de Güímar

Da wir Frei­tag kei­ne Lust hat­ten, eine lan­ge Stre­cke zu fah­ren, mach­ten wir uns dar­an, die nähe­re Umge­bung von Güí­mar zu erkun­den. Wir fuh­ren nach El Puer­ti­to, dem ehe­ma­li­gen Hafen des Städt­chens, aus dem sich mitt­ler­wei­le ein eigen­stän­di­ger Ort ent­wi­ckelt hat, und mach­ten uns dar­an, das dor­ti­ge Mal­país zu durchwandern. 

Das Mal­país de Güí­mar ist eine Vul­kan­land­schaft, rau und karg, die durch den Aus­bruch eines klei­nen Vul­kans (der trotz­dem la Mon­ta­ña Gran­de genannt wird) ent­stand. Direkt am Meer weht ein unglaub­lich star­ker Wind, der einen auch schon mal von den Füßen pus­ten kann, wenn man nicht auf­passt. Auf der dem Meer abge­wand­ten Sei­te wach­sen Boden­de­cker und Wolfs­milch­ge­wäch­se, die man irr­tüm­li­cher­wei­se schon mal für gro­ße Kak­teen hal­ten kann. 

Die gan­ze Land­schaft ist fas­zi­nie­rend zu betrach­ten. Für mich war es eine völ­lig neue Natur­er­fah­rung, da mir sol­che Gegen­den bis­her fremd waren. Man soll­te aller­dings dar­auf ach­ten, Schu­he mit dicken Soh­len zu tra­gen, denn der Weg besteht auch haupt­säch­lich aus Vul­kan­ge­stein. Zu dün­ne Soh­len füh­ren zu zahl­rei­chen, schmerz­haf­ten Momen­ten — ich habe das getestet … 

Vor­der­grund: das Mal­país
Hin­ter­grund: El Puertito 
fas­zi­nie­ren­de Küstenlandschaft 
Vul­kan­ge­stein
Die typi­schen Boden­de­cker des Mal­país (im Hin­ter­grund: La Mon­ta­ña Grande) 

Autofahren auf Teneriffa

Die Insel ist her­vor­ra­gend mit einem Miet­wa­gen zu erkun­den. Man kommt an Stel­len, die von den furcht­ba­ren Tou­ris­ten­bus­sen nicht ange­fah­ren wer­den. Und ein Miet­wa­gen ist hier extremst güns­tig, die Prei­se fan­gen bei unter 10€ pro Tag an.

Wir haben für unse­re Woche hier einen wei­ßen Renault Mega­ne bekom­men. Der Wagen fährt sich gut und kommt mit den Stra­ßen­ver­hält­nis­sen hier auch zurecht, wenn auch manch­mal etwas quä­lend. Ich habe es schon geschafft, mit quiet­schen­den Rei­fen anzufahren.

Letz­te­res ist vor allem den star­ken Stei­gun­gen geschul­det. Abseits der gro­ßen Stra­ßen und Auto­bah­nen sind es teil­wei­se sehr stei­le und enge Sträß­chen mit vie­len Kur­ven. Bei­spiels­wei­se kann man nicht ein­fach rechts in die Stra­ße zu unse­rem Hotel abbie­gen. Man ist gezwun­gen, dar­an vor­bei zu fah­ren und dann zu wen­den, denn die Stra­ße ist steil, der Win­kel spitz und der Weg gera­de mal 1,05 Autos breit. Trotz­dem gibt es in die­ser spit­zen Abbie­gung noch eine Gara­ge. Am Bes­ten sieht man das bei Goog­le Street­View. Man kommt aus der Stra­ße rechts und muss dann in die Stra­ße links abbie­gen. Abends muss ich dann auch mit­ten auf der Stra­ße ste­hen blei­ben, um das Tor zum Hotel-Park­platz auf­schlie­ßen zu kön­nen. Eine Stel­le, wo der Wagen nicht im Weg steht, gibt es nicht.

Aber die Spa­ni­er hier auf der Insel fah­ren recht umsich­tig und nicht aggres­siv. Anders ist ein Mit­ein­an­der hier aber auch nicht zu machen, da die Stra­ßen ein “Ich habe aber Vorfahrt!”-Vorbeiquetschen schlicht nicht erlauben.

Tan­ja hat mal eini­ge Vide­os wäh­rend der Fahrt gedreht, die euch einen Ein­druck der kur­vi­gen Berg­stra­ßen Tene­rif­fas bieten:

Hier eine brei­te Stra­ße mit schö­ner Aussicht.
Die Stra­ßen wer­den schma­ler und kurviger.
Ser­pen­ti­nen­stre­cken bie­ten eine beson­ders schö­ne Aussicht.
Trotz­dem gibt es über­all Häu­ser, egal wie sehr das eine Hang­la­ge ist.

Temperaturschock

Unse­re Ankunft ges­tern auf Tene­rif­fa bedeu­te­te ganz ande­res Wet­ter als zuhau­se. Wir sind in Düs­sel­dorf bei unge­fähr 5 Grad Cel­si­us los­ge­flo­gen, Sams­tag hat­ten wir noch Schnee­re­gen und Hagel gehabt. 

Kaum hat­ten wir das Flug­ha­fen­ge­bäu­de auf der Insel ver­las­sen, blen­de­te uns eine enor­me Hel­lig­keit und die Son­ne brann­te mit über 20 Grad Cel­si­us auf uns nie­der. Immer­hin weht hier oft ein erfri­schen­der, leich­ter Wind. 

Wenn kei­ne Son­ne scheint, ist es noch früh­lings­haft kühl, aber kein Ver­gleich zu dem schlech­ten Wet­ter, das wir die letz­ten Tage zuhau­se hatten … 

Letzter Tag auf Borkum

Lei­der muss­ten wir Bor­kum am Sams­tag  ‘Adieu’ sagen. ?

Da wir aber erst um 14:40 auf die Fäh­re muss­ten, konn­ten wir noch ein wenig Zeit am Strand genie­ßen. Nachts hat­te sich das Wet­ter gedreht und es war rela­tiv kühl und win­dig. Eine Woche vor­her waren die Leu­te in T‑Shirts und Shorts am Strand her­um gelau­fen, dies­mal tru­gen die meis­ten Leu­te Schals, Müt­zen und vie­le sogar ihre Winterjacken.

Wir haben es uns schließ­lich im “Matrix” gemüt­lich gemacht — direkt am Fens­ter mit Blick aufs Meer. Bei Chai Tee und Käse-Nachos haben wir es uns gut gehen lassen.

Im Matrix

Lecke­rer Chai-Tee

Aus­blick aus dem Matrix

Die Über­fahrt mit der Fäh­re gestal­te­te sich folg­lich auch deut­lich win­di­ger und käl­ter als die Hin­fahrt. Da unter Deck alles picke­pa­cke dicht besetzt war, beschlos­sen wir trotz­dem, dem Wet­ter zu trot­zen und bega­ben uns aufs Ober­deck. Man muss ein­fach nur genug Kla­mot­ten anziehen …

Den Frei­tag­abend hat­ten wir stim­mungs­voll im “Pfer­de­stall” aus­klin­gen las­sen: eine gemüt­li­che Knei­pe direkt neben der Black Pearl. Auch im Pfer­de­stall bekommt man super lecke­re Cocktails …

‘Sex on the beach’ und ‘Pus­sy fruits’ im Pferdestall …

Kühl, aber sonnig

Ges­tern war es deut­lich küh­ler, aber trotz­dem immer noch sehr son­nig. Wir haben den erfri­schen­den Win­den getrotzt und sind fröh­lich am Strand ent­lang spa­ziert, aller­dings etwas dicker ein­ge­packt als die vor­he­ri­gen Tage.

Am Strand

David, strub­be­lig

Vom Strand aus konn­te man Wel­len, Möwen und Segel­schif­fe beob­ach­ten. Letz­te­res war aber ohne gehiss­te Segel, dafür mit Motor unter­wegs — viel­leicht stand der Wind falsch?

Join the Möwment!

Segel­schiff

Mit­tags saßen wir gemüt­lich im “Strand 5″. Von dort hat man einen wun­der­ba­ren Blick auf die See und den Strand. Bei lecke­rem Chai Tee und Scho­ko Bai­leys haben wir uns auf­ge­wärmt und gestärkt. Die Kar­te des Lokals ist übri­gens prak­ti­scher­wei­se mit einer All­er­gen-Aus­zeich­nung versehen.

Abends speis­ten wir lecker im “In Undis.” Das Mot­to des Lokals lau­tet ‘Spa­ni­en trifft Bor­kum’, was tat­säch­lich ganz gut passt. Auch hier ist die Spei­se­kar­te mit einer All­er­gen-Aus­zeich­nung ver­se­hen, was das Bestel­len sehr ein­fach macht. Zudem kennt das Per­so­nal sich aus und ist auf­merk­sam. Ein­mal auf unse­re Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit auf­merk­sam gemacht, beka­men wir extra gf Brot vor­ne­weg und David sei­nen Nach­tisch (Crema Cata­la­na) ohne Waf­fel. Als Haupt­ge­richt hat­ten wir unglaub­lich lecke­re Tapas, die ein­fach viel zu schnell auf­ge­ges­sen waren, als dass wir sie hät­ten foto­gra­fie­ren können …

 

Die düsteren Seiten Borkums

Ges­tern Abend haben wir uns gegen halb 9 ins Zen­trum auf­ge­macht, um am “Stadt­rund­gang zur Geis­ter­stun­de”,  einer Nacht­wäch­ter­füh­rung zu den dunk­len Sei­ten der Insel, teil­zu­neh­men. Zwei Stun­den dau­er­te der Rund­gang, bei dem wir viel über die Ver­gan­gen­heit der Hoch­see­insel erfuh­ren. Wir wis­sen jetzt also, wie­so manch­mal Radar­ge­rä­te auf dem Emde­ner Floh­markt käuf­lich zu erwer­ben sind, war­um der Spiel­platz neben der Mut­ter-Kind-Kli­nik kei­nen Sand­kas­ten hat und wie frü­her vie­le Bor­ku­mer Ehen zustan­de kamen.
Auch die Ent­ste­hung zwei­er Sprich­wör­ter wur­de uns erklärt:
Kin­der oder schmäch­ti­ge Erwach­se­ne wer­den  ger­ne schon mal als “hal­be Por­ti­on” bezeich­net. Die­ser Aus­druck kommt vom alten preu­ßi­schen Strand­recht, das jedem arbeits­fä­hi­gen Erwach­se­nen eine “hal­be Por­ti­on” vom gesam­mel­ten Strand­gut zugestand.
Natür­lich fin­det man am Strand manch­mal auch Treib­gut, das man nicht mit ande­ren tei­len möch­te, weil es sehr wert­voll ist. Rat­sam war und ist es immer noch, jenes in den Dünen zu ver­gra­ben, “bis Gras über die Sache gewach­sen” ist, und es erst viel spä­ter wie­der auszubuddeln.

Nach all den schau­ri­gen und kurio­sen Geschich­ten aus Bor­k­ums Ver­gan­gen­heit muss­ten wir uns unbe­dingt stär­ken. Pas­sen­der­wei­se hat es uns in die “Black Pearl” ver­schla­gen, eine belieb­te Cock­tail­bar im Stadt­zen­trum. Nach einem Ipa­ne­ma, zwei Pina Cola­das und einem Coco Loco fühl­ten wir uns mutig genug, den Heim­weg durch die düs­te­ren Stra­ßen anzutreten …

Coco Loco in der “Black Pearl”