Unter den Wellen

Der Stadt­ha­fen von Sass­nitz im Nord­os­ten von Rügen bie­tet eine schö­ne Aus­sicht, einen Sport­ha­fen, Schiff­arts- und Hafen­mu­se­um, einen net­ten Laden mit Hand­werks­kunst, Ver­kaufs­schif­fe für aller­lei Fisch­ge­rich­te, vie­le Läden in den alten Hafen­ge­bäu­den und ein aus­ge­mus­ter­tes U‑Boot der bri­ti­schen Mari­ne, die H.M.S Otus.

Die­ses U‑Boot steht der Öffent­lich­keit als Muse­ums- und Anschau­ungs­ob­jekt zur Ver­fü­gung. Tan­ja hat­te noch nie ein U‑Boot in natu­ra von innen gese­hen, ich zuletzt vor vie­len Jah­ren in Den Hel­der. So beschlos­sen wir, uns das Unter­was­ser-Gefährt mal anzu­schau­en.

Das Inne­re ist beengt, jede Ecke ist mit Tech­nik voll­ge­stopft und es ist sehr schwer, Coro­na-Abstän­de zu wah­ren. Ich war froh um mei­ne neue Weit­win­kel-Lin­se für die Kame­ra, denn sonst hät­te ich kaum die Ein­drü­cke ver­nünf­tig fest­hal­ten kön­nen. So sind die fol­gen­den Bil­der mit 10mm Klein­bild-Equi­va­lent ent­stan­den:

Der Tor­pe­do-Raum — hier kommt man ins U‑Boot hin­ein und sieht, wo damals 21 Tor­pe­dos gela­gert wur­den und die Roh­re, durch die sie abge­schos­sen wor­den sind.
Die Echo­lot­an­la­ge — sie gibt die cha­rak­te­ris­ti­schen Pings ins Meer ab, die man etwa von Pink Floyds “Echoes” kennt.
Von hier aus wer­den die Tor­pe­dos gelei­tet. Viel Tech­nik…
Wer sich hier aus­kennt, muss wohl lan­ge dafür trai­niert haben…
Die gro­ßen Die­sel­mo­to­ren, die den Antrieb im auf­ge­tauch­ten Zustand dar­stel­len. Zwei klei­ne­re Gene­ra­to­ren laden einen gan­zen Berg Akkus auf, die dann den elek­tri­schen Ans­trieb im abge­tauch­ten Zustand sicher­stel­len. Qua­si ein Hybrid­fahr­zeug. Dadurch war das U‑Boot unter Was­ser so lei­se, dass es sich gut anschleich­ten konn­te. Daher wur­de die­se U‑Boot-Klas­se auch “Silent Hun­ter” genannt.
Die Kom­bü­se — hier muss­te täg­lich Essen für 68 Besat­zungs­mit­glie­der gekocht wer­den. Auf der Flä­che eine wirk­li­che Her­aus­for­de­rung.

Alles in Allem war es eine inter­es­san­te Erfah­rung und wir haben fest­ge­stellt, dass die Beweg­lich­keit, die uns das Klet­tern beschert, durch­aus hilf­reich ist, um sich durch das enge U‑Boot und vor allem die klei­nen Schotts zu bewe­gen.

Wenn man sich vor­stellt, wie die Mann­schaft Tage‑, Wochen- oder Mona­te­lang auf der­art engem Raum ein­ge­pfercht war, möch­te man die­sen Job nicht machen. Der Besuch lohnt sich trotz­dem auch für nicht Tech­nik- oder Mari­ne-affi­ne Men­schen.