Von unseren Brüdern und Schwestern

Es gibt hier ein Dorf mit einem alten Dorf­kern, der zum UNESCO-Welt­kul­tur­er­be gehört. Es han­delt sich um den alten Dorf­kern von Chris­ti­ans­feld. Die­ser wur­de von der Herrn­hu­ter Brü­der­ge­mei­ne am 1. April 1778 als Plan­stadt ange­legt und ist heu­te noch Stand­ort der Gemei­ne. Dabei han­delt es sich um eine über­kon­fes­sio­nel­le christ­li­che Glau­bens­be­we­gung, die sehr auf Puris­mus aus­ge­legt ist. Dies zeigt sich zum Bei­spiel im Bau­stil und den schnur­ge­ra­de ange­leg­ten Stra­ßen:

schnur­ge­ra­de Stra­ße in Chris­ti­ans­feld
Die sehr unge­wöhn­li­che Kir­che mit dem Haupt­platz in der alten Stadt­mit­te.
Unge­wöhn­lich auch von innen: die Kir­che ist sehr schlicht, es gibt kei­ne Kan­zel, kei­ne Schnör­kel und sie ist quer bestuhlt.
Bis auf zwei moder­ne­re Lam­pen wird die Kir­che nur von Ker­zen erhellt. Und sie ist bis heu­te noch in Ver­wen­dung für die ca. 325 See­len zäh­len­de Brü­der­ge­mei­ne.
Der Ein­gang zum Fried­hof (von der Brü­der­ge­mei­ne “Got­tes­acker” genannt) ist schick — die Grä­ber dann jedoch schlicht. Jedes Grab bekommt einen leicht schräg lie­gen­den Stein mit den Daten. Der Indi­vi­dua­lis­mus beschränkt sich auf die Wahl der Schrift­art und einen klei­nen Zusatz­text.

Dass es “Chris­ti­ans­feld” als deut­schen Namen trägt, liegt schlicht­weg dar­an, dass die­ses Fleck­chen Erde wäh­rend der Grün­dung im deutsch­spra­chi­gen Schles­wig lag. Hier waren Deutsch und Fran­zö­sisch die Amts­spra­chen, und so sind auch vie­le der alten Grab­stei­ne auf Deutsch beschrif­tet.

His­to­ri­sche Bedeu­tung hat der Ort auch durch den Deutsch-Däni­schen Krieg erfah­ren. Im Hotel der Brü­der­ge­mei­ne wur­de am 18. Juli 1864 die Waf­fen­still­stands­ur­kun­de unter­zeich­net.

Heu­te ist Chris­ti­ans­feld grö­ßer gewor­den und besitzt zusätz­lich noch die Tyrs­trup Kir­ke der däni­schen Volks­kir­che. Auch hat man einen hüb­schen Gar­ten ange­legt, der zei­gen soll, wie die Gär­ten damals waren:

Klei­ner Gar­ten mit Pavil­li­on und schö­nen Blu­men. In den hin­te­ren Rei­hen wächst Obst.
Klei­ne Erd­bee­ren (mit vie­el Geschmack!), Äpfel, Sta­chel- und Johan­nis­bee­ren wachen hier. Wir haben mal genascht…